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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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waren die Weber meist nur noch Mieter der Webstühle oderauf sie hoch verschuldet und damit auf Gnade und Ungnadein der Hand notleidender Unternehmer 1 .

Der Grund ihres Niedergangs war nicht sowohl in ersterLinie der Kraftstuhl. 1808 bereits fand eine Untersuchungüber den Notstand der Handweber statt, und doch gab es1813 erst 2400 Kraftstühle in Lancashire neben 200000 Hand-stühlen 2 . Vielmehr war es die Einziehung der Baumwoll-industrie in den Weltmarkt, welche Verhältnisse zerstörte, dieauf Monopol oder Gewohnheit beruhten. Insbesondere hatGuest, History of the Cotton Manufacture (am Schlufs) gewifsdarin recht, wenn er den Niedergang der englischen Haus-weber dem ungeheuren Garnexport nach dem Festlande inVerbindung mit den billigeren Lebensmittelpreisen daselbst zu-schreibt ; der festländische Hausweber zwinge so den englischennoch unter die festländische Lebenshaltung hinab.

Bei Durchschnittsware verdiente der Weber wöchentlichin Bolton 3 :

17971804 26 sh. 8 d. = 100 Pf. Weizenmehl od. 142 Pf. Hafermehl,18041811 20 sh. d. = 79 Pf. 115 Pf.

18111818 14 sh. 7 d. = 60 Pf. 79 Pf.

18181825 8 sh. 9 d. = 48 Pf. 64 Pf.

1825-1832 6 sh. 4 d. = 38 Pf. 48 Pf.

Der betreffende Stoff wurde damals noch nicht durch denKraftstuhl hergestellt, er bot also bei weitem günstigeren Lohn

1 Com. on Handloomweavers von 1835, 3375.Häufig pflegteder Verleger den arbeitsuchenden Webern zusagen:wir haben keineArbeit; wenn wir welche geben, so ist es um Gottes willen; lieberliefsen wir sie ungethan; aber wenn ihr sie nehmt, so mufs es um1 sh weniger sein." Der hungernde Weber aber denkt: besser ist eineKartoffel als keine etc."

2 Vergl. Committee on petitions frorn several Cotton manufac-turers 1808.

3 Vergl. Committee on Handloomweavers von 1834, 432.