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dafs wir damals von Chartismus hörten" sagt hierzu der gründ-lichste Kenner der englischen Baum Wollindustrie 1 .
Dafs in der That zu beiden Aushülfsmitteln gegriffenwurde, dafür enthalten die Blaubücher zahlreiche Belege.Seit den letzten 25 Jahren, erzählt 1834 ein Zeuge aus Stock-port , einer Stadt, welche ausschliefslich von Baumwollenarbeiternbewohnt war, hätte sich die Zahl der Pfandleiher vervierfacht,der Betrieb jedes einzelnen verdreifacht. Ein Viertel der Be-völkerung der Stadt versetze regelmäfsig seinen Hausrat undfast alle Kleidung am Montag, um beides, soweit möglich, Sams-tag nach der Löhnung zurückzuholen. Derselbe Zeuge be-kundet, dafs die Arbeiter fast alle ihre Einkäufe auf Kreditmachten und wegen ihrer Zahlungsunsicherheit 50°/o mehr alsdie Barkäufer bezahlen müfsten 2 .
Einzelheiten sind hier nicht weiter nötig; dagegen ist da-rauf hinzuweisen, dafs damals noch hinter den Fabrikarbeiterndie breite Masse der Hausindustriellen stand, dafs auch inEngland die Frage des Elends der Hausweber allen Lösungs-versuchen zu spotten schien. Gerade diese Verhältnisse warender Gegenstand zahlreicher und dickleibiger Enqueten. Siesind voll von schlagenden Analogien mit den Verhältnissenunserer Hausindustrie, wie sie in zahlreichen Einzel-untersuchungen bearbeitet und von Sombart neuerlich inBrauns Archiv urteilsvoll zusammengefafst wurden 3 . JenerHöhepunkt in der Entwicklung der Hausindustrie aus demHandwerk, da der Arbeiter noch Eigentümer der Produktions-mittel ist, war längst überschritten. In den dreifsiger Jahren
1 Samuel Andrew, 50 Jears Cotton Trade, Paper read at themeeting of the British Association 1887 S. 4; David Chadwick, theExpenditure of wages 1839 and 1887, Paper read at the same meeting,giebt die angeführte Berechnung eingehend.
2 Committee on Manufactures 1833. 10547—86.
3 Braun, Archiv für sociale Gesetzgebung 1891 Heft 1.