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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
Entstehung
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Ilycle, einer Hochburg der Spinnerei und dem Sitze einer derältesten Fabrikantenfamilien, der Ashtons, war es, wo 1838in nächtlicher Versammlung die Arbeiter auf die Frage ihresFührers, ob sie bereit seien, mit Gewehrsalven antworteten.In Glasgow herrschte damals ein bis zum Meuchelmorde ge-steigerter Terrorismus. Houldsworth und andre Arbeitgeberweigerten sich wiederholt, über Arbeiterverbindungen und ähn-liches vor den Untersuchungsausschüssen Mitteilung zu machen,weil sie für ihre Sicherheit zu fürchten hätten 1 .

Ohne auf die Bewegung näher einzugehen, müssen wirihren wirtschaftlichen Untergrund kennen lernen.

Um die Wende des Jahrhunderts war nach der Aussagedes Fabrikanten Houldsworth die Kartoffel und daneben Hafer-mehl Hauptnahrung der Arbeiter; zu gelegentlicher Würzediente der Hering. Fleischgenufs war fast unbekannt; erkam erst auf in dem Mafse, als die wachsenden Maschinenden fleischessenden Mulespinner erforderten, welcher aus Eng-land nach Schottland eingeführt wurde. Die grofse Mehrzahlder Arbeiter dagegen war auf das Lebensminimum beschränkt.Ein Weber erhielt nicht mehr als 5 bis 12 sh. die Wocheund der Durchschnittslohn aller, die Spinner eingerechnet, warnicht höher als 10 sh. Nach den Preisen von 1839 ergiebtsich dem gegenüber bei Berücksichtigung des unentbehrlichenMinimums von Kleidung und Nahrung für eine Familie vonMann, Frau und drei Kindern eine Wochenausgabe von 34 sh.1 /2 d. Nimmt man an, dafs Mann und Frau zu Durchschnitts-löhnen in der Baumwollindustrie beschäftigt gewesen seien,so hätten sie 20 sh. zusammen verdient. Es wäre also einFehlbetrag von 14 sh. vorhanden gewesen, aufzubringen durchUnterernährung, Verschuldung oder beides.Kein Wunder,

1 Ure, Philos. of Manufactures. S. 34865.