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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
Entstehung
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Die wichtigsten Fortschritte aber lagen im Ersatz derArbeit durch Kapital und in der Steigerung derArbeitsleistung. Beide Entwicklungen bedingen sichgegenseitig so sehr, dafs in Bezug auf die Mehrproduktionnicht zu sagen ist, wie viel auf Rechnung des einen oderandern Faktors kommt. Ursprünglich waren die Maschinenklein und beschäftigten eine grofse Masse schlechtgezahlterund untergenährter, aber ihrer grofsen Zahl wegen doch teurerArbeiter. Aber als man anfangen mufste, den Besitz desWeltmarktes zu verteidigen, da zwang dieser Druck zu steterAusdehnung der Maschinen. Die Spindelzahl auf dem ein-zelnen Rahmen wurde vermehrt, die Geschwindigkeit derSpindel gesteigert, die Ausfahrt der Mule verlängert. Ebergenügten Kinder nicht mehr; man brauchte erwachsene Arbeiter,welche durch eine erhöhte Lebenshaltung den erhöhten An-sprüchen der Maschinen gewachsen sein mufsten.

Trotzdem lassen sich beide Entwicklungen, die Fortschritteder Technik und die hierdurch hervorgerufene Veränderungder Arbeit, begrifflich trennen. Die Notwendigkeit der Ver-billigung der Produktionskosten verlangte Steigerung der Pro-duktionsmenge. Dieselbe war in doppelter Weise bei der Spinn-maschine zu erreichen. Einmal war es Mehrleistung der ein-zelnen Spindel, erzielt durch gröfsere Geschwindigkeit; dabeiwurde durch verbessertes Kardieren und Vorspinnen, sowiedurch Vervollkommnung der Spinnmaschine selbst trotz grölsererGeschwindigkeit der Zeitverlust durch Fadenbrüche u. s. w.vermindert.

Nach Ure und Kennedy wurde gerade in den uns augen-blicklich beschäftigenden Jahren die Leistung der Spindel ge-waltig gesteigert, bei Garnnummer 40 von 2 hanks täglichim Jahre 1820 auf 2 3 /4 bis 3 hanks 1830. 1 1834 betrug

1 Ellison, Cotton trade S. 65.