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bereits, allerdings mit der fortgeschrittensten, damals noch wenigverbreiteten Maschinerie, die Tagesleistung der Spindel 3 3 U bis4 V8 hanks k Diese letzte Steigerung war der Einfuhrung desSeifaktors verdankt. Indem die Rückfahrt des Wagens derMule mechanisch besorgt wurde, geschah das gleichzeitige Auf-winden der gesponnenen Garne mit geringerer Gefahr vonBrüchen und in kürzerer Zeit. Daneben baute die mecha-nische Kraft, durch Gleichmäfsigkeit und Unermüdlichkeit derMenschenkraft überlegen, die Kötzer (cops) fester und für denWeber geeigneter auf. Erst als der letztere mit Seifaktorsgesponnenes Schufsgarn erhielt, konnte an eine Steigerung derbis dahin geringen Geschwindigkeit des Webstuhls gedachtwerden. Durch die Einführung des Seifaktors fiel das letzteErfordernis an Muskelkraft fort, freilich nicht, wie man damitbei der Einführung meinte, der erwachsene Spinner, indemdie Beaufsichtigung der stets komplizierteren Maschine mit denjugendlichen Gehülfen allein nicht auszuführen war.
Wurde durch Einführung des Seifaktors die Leistung dereinzelnen Spindel um 15 bis 20°/o gesteigert, so vermehrteman auf der andren Seite die Zahl der Spindeln pro Spinn-rahmen. 1779 zerbrachen die Arbeiter die Spinnmaschinen(jennies), welche mehr als 20 Spindeln enthielten; die Waterframes, mit denen Arlcwright das Fabriksystem begründete,zeigen in den von Ure gegebenen Abbildungen nicht mehr als8 Spindeln; auch die geniale Verbindung beider Maschinendurch Crompton, die Mule, hatte nicht mehr als 20 bis30 Spindeln 2 . Bald jedoch wurde die Zahl der Spindeln ge-steigert; so gab es bereits, wenn auch ausnahmsweise,1780 Mules von 400 Spindeln. Zur Zeit, da Baines und Ureschrieben, war 400 bis 600 Spindeln bereits das gewöhnliche,
1 Ure, Cotton Mauufacture II S. 194—203.
2 Vgl. Baines S. 201. Ure, Cotton Manufacture I 259, 260.