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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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Fabrikorte ist, welche in der Nähe des Handelscentrums ge-legen, die Vorteile der Centralisation mit denen der Decentra-lisation vereinen, bestätigt Marsden.Man kann leicht berechnen,dafs es gewinnbringender sein würde, eine Fabrik in einerGegend anzulegen, wo man gelernte Arbeit antrifft und demMarkte nahe ist, auch wenn man den vollen Preis für dasGebäude und die Maschinen bezahlen müfste, als wenn maneine ganz gleiche Fabrik als Geschenk annehmen würde, aufeiner Stelle, welche diese Vorteile nicht besitzt" h

Die Arbeitsteilung, welche zwischen den Industrieortenbesteht, setzt sich fort zwischen den einzelnen Betrieben. Dereinzelne Industrielle verfertigt heute wenige Specialitäten. Diegrofsen Spinnereien Oldhams und Boltons spinnen z. B. nicht mehrals eine oder ganz wenige Nummern und diese jahraus, jahr-ein. Ebenso verfertigen viele Webereien Nordlancashire's nureine Art von gangbarem Stapelgewebe 2 .

Ermöglicht wird diese weitgehende Arbeitsteilung erstdurch die Sicherheit des Absatzes, welche die Organisationdes Handels von Manchester gewährleistet. Auch dieser hatsich die Grundsätze der Zusammenfassung und der Arbeits-teilung in hohem Mafse zu Nutzen gemacht. Das wichtigstehierbei ist, dafs der Industrielle nicht mehr selber den Kundenaufsucht, sondern der Grossist oder Exporteur zwischen beidenvermittelt.

Wir verfolgten oben die Baumwolle bis zu ihrem Einkaufdurch den Spinner mittelst des Maklers. Ein hoch entwickeltesEisenbahn- und Kanalnetz vermittelt den Verkehr vom Markte

1 Marsden, Cotton Spinning, London 1888 S. 60.

2 Vergl. Protokolle der Beicbsenquete für die Baumwoll- undLeinenindustrie S. 389. 80 000 englische Spindeln spinnen seit Anfangder 60er Jahre dieselben beiden Nummern 32' Kette, 40' Schufs einBeispiel für viele.