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näher an Manchester liegenden und in erster Reihe der Spinnereidienenden Fabrikorte haben daneben meist ihre Specialitätkomplizierterer Gewebe, so Oldham Baumwollenvelvets, Boltongemusterte Sachen, Ashton und Glossop Druckkattune ersterQualität; der zwischen diesem und dem Distrikte der nörd-lichen Weberei gelegene Bezirk von Colne macht die gewöhn-lichen bunten Waren.
In Manchester dagegen, dem Mittelpunkte der Industrie,geht die Fabrikation mehr und mehr zurück; die dortigenFabriken sind meist älteren Datums und als einstigeWiegen der Grofsindustrie noch von geschichtlichem Interesse.Manchester wird immer mehr ausschliefslicher Sitz des Aus-fuhrhandels. Noch vor dreifsig Jahren wurde in dem Bezirkeder nördlichen Weberei für den Export verpackt, heute ge-schieht das in Manchester — vielfach in den Kellern unterden hohen Geschäftshäusern, welche oft mehrere Stock in dieErde hinabgehen, und in denen mit Dampfmaschinen undhydraulischen Pressen die Ballen Garnes und Gewebes auf dieHälfte und weniger ihres Umfanges zurückgeführt werden.Der stets steigende Wert des Bodens 1 vertreibt die Industrieaus der Handelsstadt. Aber auch die Vorstädte Manchesters werden von der Industrie verlassen; als Grund wird allseitigangegeben, dafs nur in Orten, die ganz ausschliefslich derIndustrie gewidmet seien, eine hochgelernte und durchaus zu-verlässige Arbeiterbevölkerung zu finden sei 2 .
Wie wichtig das Vorhandensein jener ausschliefslichen
1 Vergl. über die „Auswanderung der Industrie nach dem flachenLande", Jannasch, europäische JBaumwollindustrie 11 u. 12. Nur istdieselbe in Lancashire keineswegs eine Decenträlisierung, vielmehr eineOrganisierung der Industrie um ihren Mittelpunkt.
2 Vergl. J. 0. Fielden, Sketch of the British Cotton Industries.Coop. Wholesale Annual 1887, S. 330 ff.
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