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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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stoff in das Fabrikat; der Eingriff des Arbeiters bedeutet Be-seitigung von Störungen und an sich Mindererzeugnis; das,worauf es ankommt, ist, den hieraus erwachsenden Verlusteinzuschränken, die Arbeit der Maschine immer automatischerzu machen.

Die Maschine hat also die Handarbeit ersetzt. Voraus-setzung hierfür war die Verflechtung der Einzelwirtschaft inden Weltmarkt, welche zwecks Verbilligung der Produktions-kosten das alte Handwerk in eine grofse Menge von Einzel-verrichtungen zerlegte. Jene Arbeitsteilung, wie sie bereitsPetty empfiehlt 1 , wie sie Adam Smith in dem bekannten Bei-spiel der Stecknadelfabrik beschreibt, war die Voraussetzungdafür, dafs die Einzelverrichtungen, je einförmiger sie wurden,von der Maschine übernommen werden konnten. Die Maschinebefreit damit den Arbeiter von jener weitgehenden Arbeits-teilung, die den Menschen selbst zum Werkzeug zu machendrohte. Die Arbeitsteilung ist vom Arbeiter auf die Werk-zeugsmaschine übergegangen. Je automatischer sie wird, destogleichartiger wird die Arbeit ihrer Beaufsichtigung.

Die gelernte Handfertigkeit fällt damit in wachsen-dem Mafse hinweg, was sich unter anderm darin zeigt, dafsdie Durchschnittslöhne steigen, dagegen die Extreme sichmehr und mehr ausgleichen. Selbst den Unterschied zwischenden Geschlechtern vermindert die Maschine. Während zurZeit Ures die weibliche Arbeit in der Baumwollindustrienoch weniger leistete und geringer bezahlt war als die männ-liche, ähnlich gegenwärtig in Deutschland 2 , ist heute in derIndustrie Lancashires dieser Unterschied vielfach ausgeglichen.Besonders verdient in der Weberei männliche und weibliche

1 Sir William Petty, Essays in Political Arithmetic. London 1699.S. 35, 179, 180.

2 Protokolle zur deutschen Enquete S. 372.