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Arbeit gleiche Stücklöhne, ebenso wie jene Sechs- und Acht-stuhlweber in Lowell junge Frauen sind 1 .
Trotzdem wäre es irrig, wollte man meinen, die Arbeitsei leichter geworden gegen früher. Soweit ein Vergleich mög-lich, ist eher das Gegenteil der Fall. Ein Handweber kann13 Stunden den Tag arbeiten; einen Sechsstuhlweber 13 Stun-den arbeiten zu lassen, ist eine physische Unmöglichkeit. DieNatur der Arbeit ist eben eine andere geworden. An Stelle derMuskelthätigkeit tritt die Beaufsichtigung der Maschine d. h.geistige Anspannung. Wer den Mulespinner zu Oldham be-obachtet hat, umschwirrt von 2Vs Tausend Spindeln, oder dieWeberin zu Burnley , umtost von 4, ja 6 Weberschiffchen mitder Geschwindigkeit von 200 Schlägen in der Minute, derweifs, welch hoher Grad geistiger Anspannung hier erfordertwird.
Zudem erfordern die Maschinen, welche immer kompli-zierter werden, eine gewisse liebevolle Behandlung, ein ver-ständnisvolles Eingehen auf die in ihnen niedergelegten Ge-danken der Technik seitens des Arbeiters. Ähnlich wie dasenglische Vollblutpferd mit Verständnis und Liebe geleitet seinwill und der rohen Behandlung eines unerfahrenen Stallknechtsden Gehorsam versagt, wie jener hochentwickelte Typus derFabrikarbeit selbst verständnisvolles Eingehen auf seine Eigen-tümlichkeiten verlangt und dort die besten Resultate liefert, woihm eine gewisse Sympathie für seine Klassenbestrebungen
1 Vgl. Sidney "Webb, Economic Journal Vol. I Nr. 4. Auch hier-
11 steht die englische Baum Wollindustrie anderen Gewerben, be-sonders solchen, die weniger vom modernen Maschinenwesen beherrschtwerden, voran; in ihr ist die Ausgleichung des Niveaus zwischenmännlicher und weiblicher Arbeit wohl am weitesten fortgeschritten,besonders wenn man bedenkt, dafs es sich bei ihr durchweg umjüngere unverheiratete Arbeiterinnen handelt. Verheiratete Frauenund Mütter arbeiten in Lancashire kaum in der Fabrik.