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Gehen wir nunmehr zur Begründung des aufgestelltenSatzes über, so kann dieselbe — entsprechend der heutigenMethode der Wissenschaft — nur eine historisch-psycholo-gische sein. Bezüglich des historischen Elementes verweisenwir auf Kapitel I und die dort geschilderte Emporentwicklunggewisser Arbeiterklassen aus einem tiefstehenden Fabrikprole-tariat. In psychologischer Beziehung scheint folgendes in Be-tracht zu kommen.
Auszugehen ist davon, dafs die ungeheure Steigerung derProduktion, welche wir beobachteten, in erster Linie auf derMaschine beruht. Die Arbeit ist nicht in dem Mafse dergesteigerten Produktion schwere .geworden, vielmehr die reinkörperliche Anstrengung eher geringer. Der Mulespinnerarbeitet nicht 2000 mal mehr als die emsige Handspinnerin,der Weber am Kraftstuhl nicht 40 mal mehr als der uner-müdliche Handweber, und doch übertrifft sein Erzeugnis dasdes letzteren im angegebenen Verhältnis 1 . „Im Jahre 1840", sagtE. Atkinson in eitlem Vortrag vor den Baumwollweberinnenzu Providence, „war die Arbeit hart und ununterbrochen —18 Stunden den Tag; heute könnt ihr euer Haar glätten,während der Webstuhl fast von selber läuft; die Arbeitszeitbeträgt 10 Stunden" 2 . Neben dem Arbeiter stebt heute einmächtiger Arbeitsgenosse: die Geistesarbeit von Generationen,die in den Maschinen niedergelegt ist.
Früher hatte der Arbeiter das gröfste Erzeugnis, der amunausgesetztesten die Hände rührte. Bei vollendetem maschinen-mäfsigen Betriebe liefert derjenige Arbeiter am meisten, wel-cher am wenigsten mit der Hand einzugreifen hat und dieseEingriffe auf die kürzeste Zeit zu beschränken weifs. Denndie Maschine verwandelt in fortdauerndem Prozefs den Roh-