Druckschrift 
Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
Entstehung
Seite
169
Einzelbild herunterladen
 

169

Jedoch werden die Stücklöhne nicht in demselben Verhältnisherabgesetzt, in dem die Produktion steigt, wobei der Arbeiterin derselben Lage bliebe. Vielmehr ist das Verhältnis derHerabsetzung der Stücklöhne ein etwas geringeres, sodafs derWochenverdienst steigt. Ein Vierstuhlweber erhält pro Stuhlbedeutend weniger als ein Einstuhlweber; aber er erhält proStuhl mehr als den vierten Teil des Verdienstes des letzteren. Ermufs mehr erhalten; denn sonst könnte seine Lehenshaltungnicht höher sein als die des Einstuhlwebers. Mit solcher Lehens-haltung aber wäre der Vierstuhlweber selbst nicht möglich.

Ähnlich verhält es sich mit der Arbeitszeit; durch denschnelleren Gang, die Vergröfserung der Maschinen u. s. w.wird ein Mehrprodukt zu Tage gefördert, ein Mehrprodukt,welches einerseits Verkürzung der Arbeitszeit zuläfst, anderer-seits ohne sie nicht möglich wäre, da die Arbeitsfähigkeit derArbeiter an die dem Organismus gesetzten Grenzen gebundenist. Indem in kürzerer Zeit ebensoviel oder mehr produziertwird, als früher in längerer, werden eine Reihe stehenderKosten beschnitten.Es ist billiger, die Arbeitskraft in 9 alsin 11 Stunden zu erschöpfen", sagte mir ein einsichtiger Unter-nehmer.

Nachdem bereits obige Ausführungen niedergeschriebensind, finde ich zu meiner Freude eine durchaus ähnliche Auf-fassung der behandelten Frage in dem neuesten Werke vonMarshall: Elements of economics, London 1892. AuchMarshall nimmt an, dafs durch die Maschinerie eine rückläufigeEntwicklung in Bezug auf die Arbeitsteilung eintrete 1 .DieMaschinerie schwächt die Grenzen zwischen den einzelnen

1 a. a. 0. S. 163. But when the action has thus been reduced toroutine it has nearly arrived at the stage at which it can be takenovev by machinery. Thus machinery supplants constantly that