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Indem die Gewinne sich so einer jeweiligen Minimal-grenze nähern, sind es mehr und mehr die Löhne, deren Höhevon dem Preise, also der Lage des Weltmarkts abhängig wird.Während in den früheren Stufen der Entwicklung gesetzlicheMafsregeln jene besprochene Verschiebung zu Gunsten derArbeit beschleunigen können, tendiert der Gewinn nun darauf,gleich dem Zins eine feststehende Gröfse zu werden, der Lohnaber lediglich durch Vermehrung der Gesamtproduktion zusteigen. Gesetzliche Mafsregeln können dieses Mehr nichtschaffen. Indem die Konjunkturen teilweise auf die Löhneabgewälzt werden, sinkt ebenso die im Gewinn enthalteneRisikoprämie 1 .
Man kann das gesagte in folgende Sätze zusammenfassen:
a) Innerhalb eines bestimmten Produktesnehmen die auf Kapital wie Arbeit kommendenBeträge mit der grofsindustriellen Entwicklungabsolut ab: Verbilligung d es Produktes zu Gunstendes Konsumenten.
b) Der auf das Kapital innerhalb eines be-stimmten Produktes kommende Betrag nimmtnicht nur absolut ab, sondern auch relativ imVerhältnis zur Arbeit.
c) Der auf die Arbeit kommende Betrag inner-halb eines bestimmten Produktes nimmt zwar ab-solut ab, dagegen relativ zu.
d) Die Zunahme der nationalen Gesamtpro-duktion ermöglicht zwar für Arbeit und Kapital
1 Schmoller, Über die Entwicklung des Grofsbetriebs und diesociale Klassenbildung. „Auch das Aktien-, Genossenschaftskapital,das Kapital stiller Teilhaber erwartet eigentlich nicht mehr als dieVerzinsung. Das Kapital rückt so mehr und mehr aus der herrschen-den Stellung hinaus." Preufs. Jahrb. Bd. 69, Heft 4.