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Eigenschaften, welche die jungfräuliche Steppe auszeichnen;bei fortgesetztem Getreideanbau verunkrautet er so sehr, dafs,wie nicht selten auf russischen Bauernäckern, mehr Unkraut-samen als Brotfrucht geerntet wird 1 .
Will man bei vermehrter Anbaufläche das Erträgnis aufgleicher Höhe halten, so ist man gezwungen, die bisherigeSteppenwirtschaft zu verlassen, zu geregelteren Feldsystemenüberzugehen und zu düngen. Dieser Fortschritt ist jedochheute noch nicht allzu häufig. Ein ziemlich verbreiteterFruchtwechsel dieser Art ist z. B. folgender: 1. Jahr Hirse,2. Jahr Sommerweizen, 3. Jahr Brache, 4. Jahr Winterweizenoder -roggen, 5. Jahr Gerste oder Hafer, 6. Jahr Brache,7. Jahr Winterweizen, 8. Jahr Kartoffeln oder Rüben, 9. JahrSommerweizen oder Gerste; sodann folgen zehn bis fünfzehnJahre Steppe 2 .
In den abgelegeneren Gebieten der südlichen Schwarz-erde, insbesondere an die Steppenwirtschaft nach dem Ostenzu anschliefsend, herrscht die Vieh Wirtschaft. GehörntesSchlachtvieh, Pferde, Wolle, Talg, Häute, Schafsdärme u. s. w.sind hier die Hauptausfuhrprodukte. So fährt z. B., wie ichin Balakowa hörte, der Bauer nur bis zu 200 Werst land-einwärts Getreide zum Wolgahafen; darüber hinaus wird Ge-treide nur noch zum eigenen Verbrauch gebaut.
Jede Schiene, die in diese Flächen gelegt wird, bewirkteine wirtschaftliche Revolution: der bisher wertlose Bodenwird dem Pfluge unterworfen und die Getreidefläche weitausgedehnt; von den zeitweiligen Besitzern werden grofse Ge-winne gemacht. Auch diesen Vorgang hatte ich in dem be-reisten Bezirk zu beobachten Gelegenheit, indem die neuer-dings von Saratoff nach Uralsk gebaute Bahn mit ihrenZweiglinien, darunter eine nach Nikolajewsk, das Getreide-ausfuhrgebiet weit nach Osten vorgeschoben hat. Im weiteren