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ist der Sommer des folgenden Jahres, bis das neue Ernte-korn da ist, die besonders kritische Zeit.
Ich habe die arbeitsuchenden Massen an den Thoren derLondoner Docks sich, drängen sehen und riesige Strikes un-gelernter Arbeiter in England in der Nähe erlebt. Das Elendder schlesischen Hausweber, in deren Thälern ich aufwuchs,hat mir als Kind bereits die socialen Disharmonien West-europas zu Bewufstsein gebracht. Überall thut der Hungergleich weh, ob er im Londoner Ostend , am Fufse des Riesen-gebirges oder in den Ebenen Rufslands ertragen wird. . Aberwas ich in letzteren gesehen, trug einen eigentümlichen Zug.In den Londoner Docks schwimmen die Schätze einer Welt,und wenn man aus den Hütten jener Hausweber emporsteigt,so blicken aus dem Nachbarthale Schornsteine herüber, undder Abstieg führt an den Villen und eisengitterumgebenenParks der Fabrikanten vorbei. In Rufsland sah ich die „Be-sitzer" selbst hungern, sie, denen niemand einen „Mehrwert"entzieht, und welche noch dazu durch Verkaufs- und Hypo-thezierungs-Beschränkungen geschützt sind. Das Trostlose ihrerLage aber war die Gleichmäfsigkeit des Elends, die Abwesen-heit von Nichtnotleidenden. Handgreiflich kam mir hier zuBewufstsein die Unterordnung der socialen unter die wirt-schaftlichen Gesichtspunkte und der Irrtum vieler Social-reformer, ausschliefslich in der mangelhaften Verteilung desVolkseinkommens die Gründe des Massenelends zu suchen.Würde doch hier eine verbesserte Verteilung der Güter nichts,sondern könnte allein eine vermehrte und verbesserte Er-zeugung helfen!
Jener Ausflug in die russischen Notstandsgegenden botmir vielmehr zahlreiche Belege für den Satz, dafs in ur-sprünglichen Verhältnissen zurückgebliebene Produktions-weisen und damit die Abhängigkeit von der Naturgewaltperiodisches Massenelend bedingen; erst die Differenzierungder Gesellschaft — also, wenn man will, die Ausbildung desGegensatzes zwischen arm und reich — bedeutet vermehrteProduktion und damit den ersten Schritt zur möglichen Ab-stellung jener Übelstände.