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um etwa 2—8%, günstig auf den Rubelkurs gewirkt hat; mankann dies auch als Gegner der Quantitätstheorie annehmen,indem man mittelbare Einflüsse der Menge des umlaufendenPapiergeldes auf den Papierkurs wenigstens unter Umständennicht leugnet. Zur Zeit der Massenemissionen des Orient-krieges hat, nach einstimmiger Annahme guter Sachkenner,die Berliner Rubelbörse dem Rubelkurs jedenfalls als Fall-schirm gedient.
Aufserdem vermittelte das Termingeschäft in Noten gewisseFormen der Kreditgewährung Deutschlands an Rufsland. Dieam Rubelgeschäft beteiligten Berliner Bankiers hielten beirussischen Firmen grofse Guthaben 1 , von welchen sie im Be-darfsfalle Rubelnoten in natura abhoben. Deutsche Kapitalistenund Banken besafsen ferner grofse Portefeuilles von russischenWechseln. Indem sie die hohen Zinsfüfse (öfters 8-—14 °/o)genossen, sicherten sie sich gegen Kursverluste durch Termin-verkauf von Rubelnoten. Diese, wie jede Kreditgewährung,verbesserte, wenigstens vorübergehend, Rufslands Zahlungs-bilanz und wirkte damit günstig auf die Wechselkurse. Diestarke Konkurrenz deutschen Kapitals um russische Wechselhat den Diskontsatz in Petersburg niedriger gehalten, als erohne das gewesen wäre — ein nicht zu unterschätzender Vor-teil für Rufsland, welcher in jener Zeit an die Existenz derBerliner Rubelbörse geknüpft war.
Endlich liegt die Annahme nahe, dafs die Unterbringungverzinslicher Papieranleihen in Deutschland durch die Berliner Rubelbörse erleichtert worden ist, welche die Möglichkeit derKursversicherung bot. Wahrscheinlicherweise bedienten sichdieser Möglichkeit die ersten Hände zur Kriegszeit. In den80er Jahren dagegen war der Besitz russischer Papieranleihenin Deutschland decentralisiert und zugleich gewöhnlich Valuta-spekulation ohne Kurssicherung.
Machen die angeführten Gesichtspunkte einen gewissengünstigen Einflufs der Rubelbörse auf die Kursgestaltung des