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gekehrt aber ergreift die Hausse- und Baissestixnmung gewifsebenso oft vom Publikum oder politischen Faktoren her dieBörse. In dieser Hinsicht ist nicht zu vergessen, dafs beiwichtigeren politischen Fragen die Berliner Börse unter demEinflufs der auswärtigen Politik Deutschlands gestanden hat,selbst dann, wenn sie dieselbe, wie 1887 die Vertreibung derrussischen Werte vom deutschen Markte, als Fehlgriff beur-teilte. Insbesondere fiel in die Wage der Einflufs der offiziösenPresse auf das kleine Sparkapital, welches die Börse durchseine Stimmung für und gegen ein Papier nur allzuhäufig insSchlepptau nimmt.
Vertrauen und Mifstrauen ist teils unmittelbar entscheidend,teils mittelbar in seinem Einflufs auf die Zahlungsverhältnisse:Vertrauen bestimmt das Ausland, Geld in das Papierland zulegen; Mifstrauen, besonders als Panik, veranlafst das Aus-land seine Engagements aus dem Papierlande, soviel alsmöglich in Gold herauszuziehen, um „aus der Währung zukommen."
Es ist dies die allgemein anerkannte Lehre, für derenBegründung man sich auf die Ausführungen A. Wagnersbeziehen kann. Nur ein Punkt bedarf hier der Besprechung:die Einflüsse der Effektenbewegungen auf die Kurse desPapiergelds, der Zusammenhang der Effekten- und Notenbörse.
Man unterscheide folgende Fälle:
Neue, ins Ausland gebrachte Anleihen, gleichviel ob Gold-oder Papieranleihen, haben die Tendenz, die Effektenkurse zudrücken durch verstärktes Angebot auf dem Effektenmarkte.Dagegen heben sie wegen Entstehung grofser Sichtguthabendes Papierwährungslandes, wenigstens vorübergehend, dieKurse des Papiergeldes. Anleihen, einmal im Auslande unter-gebracht und ruhend, zeigen in ihrer Kursentwicklung häufigeinen Parallelismus mit den Kursen des Papiergeldes, ohnedafs ein Kausalzusammenhang vorzuliegen braucht. Vielmehrsind es ähnliche Erwägungen, welche die Kurse beiderbeherrschen: die Erwägung des Edelmetallbedarfes desPapierwährungslandes, welches Zinsen und Amortisationen andas Ausland zu remittieren hat.