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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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sich im Auslande, nur geringe Beträge in Rufsland x . Rufs-land war nicht zu zwingen, seine eigenen Goldanleihen zurück-zunehmen, wenn das Ausland ihrer überdrüssig war.

Eine Probe auf die Richtigkeit dieses Satzes hat England gemacht, welches Anfang der achtziger Jahre noch die grofseMenge der russischen Goldanleihen besafs. Als 1884/85 ge-legentlich der Afghanistanfrage ein Krieg mit Rufsland drohte,hat England nicht nur seinen Besitz an russischen Gold-anleihen, sondern mehr davon verkauft, als es besafs, sodafszeitweise ein Deport von 1 % in London gezahlt wurde. Nichtnur Börsenleute, sondern Aristokraten und politische Klubshaben damals Russen gefixt. Rufsland hat jedoch nur sehrwenig von seinen Goldanleihen aufgenommen, welche zu ge-sunkenem Kurs in Deutschland eine Heimstätte fanden; derRubelkurs blieb unbeeinflufst, ja der Rubel stand im mittlerenKurse 1884 sogar höher als 1883.

Dagegen sind, unabhängig von ihren eigenen Kursen,Goldanleihen in kleineren Beträgen nach Rufsland öfterszurückgegangen, wenn ein hoher Rubelkurs den Russen denAnkauf von Goldanleihen zur Valutaspekulation empfahl; dieseSpekulationen wurden durch Verkauf und Ausfuhr von Gold-anleihen bei niederen Rubelkursen realisiert. So haben die Be-wegungen der Goldanleihen, im Gegensatz zu denen derPapieranleihen, eher einen mäfsigenden Einflufs, wenn auchin geringem Umfange, auf die Rubelkurse gehabt.

Das Gesagte können wir dahin zusammenfassen, dafszwar eine Einwirkung der Rubelbörse auf die Kursentwicklungdes Rubels nicht geleugnet werden kann, dafs aber die wich-tigsten Einflüsse aufserhalb der Rubelbörse ihren Ausgangnahmen, dafs unter diesen auswärtigen Faktoren der Besitzvon Papieranleihen es war, welcher dem Berliner Markte eineschwerwiegende Bedeutung für die materielle Entwicklung desRubelkurses verlieh.

3. In letzter Linie hatte die Rubelterminbörse eine grofseBedeutung für die Arbitrage.

1 So Theodor v. Buck, Nation 1896'. Nr. 21, S. 320.