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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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autorisierte)' Kreditbillete belief sich 1880 auf 1,162, 1895 auf1,121 Millionen Rubel h

Aber gegenüber den Ansprüchen der Spekulation schmilztder gröfste Goldvorrat wie Schnee in der Sonne. Das ge-schilderte Mittel der Kursfestlegung verfängt nur dann, wennein periodischer Zuflufs von Goldtratten auf den De-visenmarkt des Papierwährungslandes, sei es durch den Aus-fuhrhandel, sei es durch regelmäfsige Kreditgeschäfte, gesichertist. Nur hierdurch wird die Regierung immer wieder in dieLage gesetzt, die von ihr auf das Ausland gezogenen Trattenbequem abzudecken, bezw. die Goldguthaben im Auslandezum Zweck der Trassierung und der Couponzahlung auf aus-reichender Höhe zu halten. Die Regierung kann durch ihrDevisengeschäft also lediglich eine Nivellierung der Kurse be-wirken; indem sie den Kursfall verhindert, nimmt sie einkünftiges Steigen der Kurse vorweg.

Im Grunde handelt es sich hier um nichts anderes, alsum jene intertemporale Ausgleichung, welche im Zahlungs-verkehr der Goldwährungsländer untereinander automatischarbeitet 2 . Ist z. B. der Betrag an Tratten auf das Auslandzur Zeit knapp, erwartet man aber das Erscheinen zahlreicherForderungen gegen das Ausland in der Zukunft, so ist derKurs des langen Papiers unter Zurechnung des Diskontsatzes desauswärtigen Marktes billiger als der Kurs des kurzen. Wergegenwärtig an das Ausland zu zahlen hat, wird daher langesPapier remittieren. Andererseits öffnen die Banken ihre Porte-feuilles und senden das lange Papier, welches bei ihnen zuAnlagezwecken lagert, in das Ausland. Insbesondere pflegendie Kontinentalen regelmäfsig langes London als sichersteGeldanlage zu halten, welches sie im Bedarfsfalle nachLondon remittieren können 3 . Auf Grund der hierdurch erwor-

1 So Raffalovieh, Marche financier 1894/5, S. 216.

2 Über diese Ausgleichung Göschen's Theorie der Wechselkurse,deutsche Übersetzung, S. 37.

3 Beispiele giebt Cläre, ABC des Changes etrangers. Paris 1894,S. 113 ff.

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