verschiedenen Steuern und des Monopols über 300, 1897 über330 Millionen R., wovon die Ausgaben des fiskalischen Brannt-weinverkaufes abzuziehen sind. Immerhin trägt die Brannt-weinsteuer allein nahezu die Ausgaben des Kriegsministeriums.Mit Durchführung des Monopols hofft man die Reineinnahmenauf der regelmäfsigen Höhe von mindestens 300 Millionen R.zu erhalten, dagegen durch Verteuerung des Verkaufs-preises den Verbrauch einzuschränken. Damit das Monopolweniger als 300 Millionen Rubel ergäbe, müfste nach Angabevon Raffalovich der Verbrauch um über 20 °/o abnehmen.Wie aufserordentlich hoch die steuerliche Belastung desAlkohols in Rufsland ist, ergiebt sich daraus, dafs die Monopol-verwaltung zum sechs- bis achtfachen ihres Einkaufspreisesverkauft 1 .
Die Bedeutung des Branntweins für den Staatshaushaltweist auf die Kulturlosigkeit breiter Schichten der Bevölkerung.Aber wir Westeuropäer, besonders wir Deutsche , sollten unshüten, über diese Thatsache die Nase zu rümpfen. Der Ver-brauch in Deutschland ist fast doppelt so hoch, als in Rufs-land; er ist in England und besonders Frankreich in Zunahmebegriffen.
Verbrauch an reinem Alkohol pro Kopf derBevölk erung (ausschliefslich Wein und Bier) in Litern 2
Noch beschämender stellt sich dieser Vergleich fürDeutschland unter Berücksichtigung des Wein- und Bierver-brauchs, wobei dann mehr als 8V2 Liter reiner Alkohol aufden Kopf kommen 3 . In Rufsland dagegen verbrauchen nur
1 Raffalovich, Marchs financier 1895/96, S. 280.
2 Vergl. näheres im Bulletin Russe 1898, S. 664.
3 Vergl. Bulletin Russe 1898, 8. 695.
Rufsland
1888 1896
3,87 4,19
4,50 4,30
2,42 2,64
2,80 2,52.
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