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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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schwert also die Ausfuhr und befördert die Wareneinfuhr,womit sie sich selbst korrigiert.

Die Mehreinfuhr ist also sodann Wareneinfuhr, häufigdas einzige Mittel, um eine aufsergewöhnlich günstige Zahlungs-bilanz produktiv für die heimische Volkswirtschaft zu ver-wenden. Die Antwort auf die Milliardenübertragung ausFrankreich nach Deutschland Anfang der 70er Jahre war eineungünstige deutsche Handelsbilanz h Hierzu kommt, dafs dieKapitalzufuhr, wenigstens der Tendenz nach, die Warenausfuhrhemmt, indem Arbeiter, welche sonst Ausfuhrwaren her-gestellt hätten, z. B. Getreide als landwirtschaftliche Tage-löhner, an inländischen Werken, z. B. Eisenbahnbauten, Hoch-öfen u. s. w. beschäftigt werden 2 .

Eine vorübergehende Verschlechterung der Handelsbilanzist in solchen Fällen keineswegs erschrecklich, oft unvermeid-lich. Es kommt nur darauf an, ob diese Mehreinfuhrproduktiv angelegt wird, d. h. ob sie der Verminderungkünftiger Einfuhr und der Vermehrung künftiger Ausfuhrdient.

Kommen wir, um diesen Gedanken zu erläutern, auf denoben gebrauchten Vergleich der Staatsfinanzen mit einem Privat-unternehmen zurück. Für den Privatunternehmer, der sichverschuldet, kommt es nur darauf an, ob er mit den ihmgewordenen Mitteln Gebäude, Maschinen u. s. w. aufstellt, diein ihrem Ergebnis in letzter Linie mehr eintragen, als die zuzahlenden Zinsen und Amortisationen.

Wir wenden nunmehr diesen Satz auf Rufsland an. DerStrom europäischen Kapitals, welcher sich neuerdings nach Rufs-land ergiefst, kann wieder abebben. Seine dauernde Folge, dieBelastung Rufslands mit Zins, Dividende und Amortisation,ist nur dann gefahrlos, wenn jenes Kapital solchen Anlagenzugeleitet wird, welche auf die Dauer die Zahlungsbilanz

1 Helfferich, Deutsche Geldreform I, S. 380.

2 Nasse, Münzreform und Wechselkurse, in Hirths Annalen 1875,S. 596.