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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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Grofsindustrie brauchbar zu machen, war der Ersatz dereinheimischen durch amerikanische Sorten nötig.

Die eingewanderten Russen machten zunächst Versuchemit Anpflanzung von wertvollen Sea-Islands, die an der Trocken-heit des Klimas scheiterten. Sie gingen hierauf Anfang der80er Jahre in der Umgegend von Taschkend auf Upland-Saatüber, deren Kultur nach Erschliefsung des Landes durch dietranskaspische Bahn im Jahre 1888 sich südwestlich nachSamarkand und Merw ausbreitete.

Die vorteilhaftesten Bedingungen für die Baumwollkulturherrschen jedoch in dem östlicher gelegenen Ferghana. Hiervereinigt sich ein günstiges Klima mit der Möglichkeit reich-licher Bewässerung. Als typisch für die transkaspische Baum-wollkultur überhaupt dürfen die Anbauverhältnisse Ferghanasgelten:Der Landbesitz ist unter den eingeborenen Sartenstark parzelliert; die Besitzflächen sind nicht gröfser als Va bis5 Defsjätinen und werden von den Eigentümern selbst bestellt.Die Auswucherung dieser Kleinbauern durch eingeboreneGelddarleiher verhinderte die Produktion eines für Spinn-maschinen geeigneten Rohstoffes. Seine Verbesserung war nurdenkbar, als den asiatischen Dorfwucherern eine europäischeKonkurrenz erwuchs. Dies leistet der Agent des russischenFabrikanten, welcher dem Bauern ein Handgeld und Samengiebt und ihn durch einen Kontrakt verpflichtet, die Baum-wolle, die er ernten wird, zu einem bestimmten Preise zuliefern. Gegenüber dem so organisierten Kleinbetriebe erweistsich der im Syr-Darja -Gebiete vorkommende russische Plan-tagengrofsbetrieb konkurrenzunfähig. Dagegen ist die Reinigungder geernteten Baumwolle Maschinenbetrieb und als solcherin den Händen der Vorschüsse gewährenden Kaufleute undFabrikanten" 1 .

Die bisherigen Versuche haben erwiesen, dafs in Trans-kaspien beste Qualitäten zu erzielen sind. Es ergiebt sich

1 So einer meiner an diesem Geschäft beteiligten Gewährs-männer.

v. Schulze-Gaevernitz, Stud. a. Rufsl. 37