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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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Rufsland verfolgen läfst 1 , in der heute ganz andere Artikeleine Rolle spielen, als vor zwanzig Jahren.

Werfen wir einen Blick auf die russische Einfuhr ausEuropa , wobei wir als den wichtigsten und bezeichnendstenFall die Ausfuhr Deutschlands nach Rufsland in das Augefassen natürlich in diesem Zusammenhang vom Standpunktder russischen Volkswirtschaft aus.

Auch hier gilt der Satz von Josiah Tucker , dafs in einemjungen und kapitalarmen Lande zunächst solche Industrienentwicklungsfähig sind, in deren Produktionskosten das Elementdes Rohstoffes gegenüber Arbeit und Kapital eine verhältnis-mäfsig bedeutende Rolle spielt 2 . Daher hat vom russischenInteressenstandpunkt aus mit Recht das Ausland 3 imdeutsch- russischen Handelsvertrag auf dem Gebiete dieserIndustrien geringe Zugeständnisse erreicht.

Rufsland kommt als Markt für ausländischen Zuckernicht mehr in Betracht; die geringen von Deutschland hin-sichtlich Finlands erlangten Zugeständnisse sind, schon weilzeitlich begrenzt, ohne gröfsere Bedeutung. Ähnliches giltvon der Papierindustrie, deren Rohstoffe Rufsland in reich-licher Menge besitzt wenigstens hinsichtlich der gewöhn-lichen Massenerzeugnisse; dagegen hat der Handelsvertrag dieAusfuhr qualifizierter Papiere (Bunt-, Pholographiepapier,Papierwäsche u. s. w.) gefördert. Auch auf dem Gebiete derin Rufsland hochentwickelten Glasindustrie, welche hier,wie so häufig, den Wäldern folgt, hat Deutschland seit dem Be-ginn der 80 er Jahre eine starke Einbufse an seiner Aus-fuhr erlitten, mit der es auch nach Vertragsabschlufs zu

1 Vergl. Auswärtiger Handel des deutschen Zollgebietes 1880/96,herausgegeben vom Reichsamt des Innern. V. Rufsland. InteressanteBeispiele über die Abnahme der Einfuhr einzelner industrieller Pro-dukte giebt Pokrowski, Uber die Festigkeit der russischen Handels-bilanz, S. XXVII/XXX. Leider fehlt die Zeit nach Absclilufs derHandelsverträge völlig.

2 Vergl. meinenGrofsbetrieb". Leipzig 1892, S. 8.

3 Der Vertragstarif mit Deutschland gilt bekanntlich auch für dieübrigen meist begünstigsten Nationen.