denen Gemeinde obliegend, nunmehr in der Willkür desGrundherrn stand. Im Oberhause aber waren die grofsengrundbesitzenden Familien des Reichs noch einmal direkt inihren Oberhäuptern vertreten. Ihre Macht war deshalb umso lebendiger, als sie mit ihrer Grafschaft noch auf dasengste verbunden waren, nieist die höchsten Stellen derSelbstverwaltung in ihr bekleideten: der Adel war, wieGneist es ausdrückt, Amt geblieben, nicht zum Titel ent-artet. Auf diesen Grundlagen hat der englische Adel undGrundbesitzerstand vereint mit den Londoner Kaufleutendie grofsartigste Aristokratie aufgebaut, die Europa seit demUntergange der römischen Republik gesehen. Alle diejenigenErscheinungen, welche mit der aristokratischen Staatsform undGesellschaftsverfassung verbunden zu sein pflegen, wiederholensich hier: einmal ein ungeheurer Aufschwung nach aufsen —in jener Zeit entsteht das britische Weltreich, wird der Mit-bewerb zunächst der Holländer, dann der gefährlichere derFranzosen um die koloniale Vorherrschaft beseitigt und Indienerobert — eine Vorbedingung der gesamten folgenden undauch der heutigen socialen Entwicklung Englands . Demgegenüber aber fehlt dem Bilde auch nicht die gewöhnlicheSchattenseite der Aristokratie: die Ausbeutung der unterenund schwächeren Klassen durch die oberen und mächtigen.Beschränkung der Freizügigkeit, Auswanderungs- und Koa-litionsverbote, Entwicklung des Instituts der Fainilienfidei-kommisse, seit 1689 auch Ausfuhrprämien auf Getreide be-zeichnen den Geist jener Gesetzgebung. So wurden bei-spielsweise in den Jahren von 1740—1751 1 515000 jgAusfuhrprämien für Getreide bezahlt 1 .
Soweit das mächtigste Interesse, das der Landwirtschaft,