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Nicht als Ursache der wirtschaftlichen Veränderung, wieman vielfach insbesondere nach dem Vorgange Gaskells 1 an-genommen hat, sondern vielmehr als Folge derselben er-scheinen die Fortschritte der Technik, unter denen die Er-findungen der Dampfmaschine (1764) und des mechanischenWebstuhls (1767) die hervorragendsten sind. Sie alle er-klären sich aus der eingetretenen Notwendigkeit, die Pro-duktionskosten möglichst herabzusetzen.
Die Hausindustrie, welche, wie wir oben sahen, dasMittelglied zwischen der alten Zunftordnung und dem mo-dernen gewerblichen System bildet, ging damit in den Fabrik-betrieb über, zuerst in sogenannten „public mills", wo dieWebstühle vereinigt und den Webern gegen Miete überlassenwurden. Durch die Entwicklung der Dampfmaschine wurdedie Industrie vom Bache oder Flusse unabhängig und kehrtenun wieder in die Stadt zurück, weil dort unter gleichen Be-dingungen die Arbeitskräfte leichter und durch gesteigertegegenseitige Konkurrenz billiger zu haben waren. Dahergegen Ende des Jahrhunderts und Anfang des neuen das un-geheure Anschwellen der Städte, oft bisher durchaus unbe-deutender Orte. Neue Mittelpunkte des nationalen Lebensentstanden, in denen Kapital und Bevölkerung mit wunder-barer Schnelle zusa mm enflössen. Damals erst sah die moderneGrofsstadt das Tageslicht und mit ihr jener Zustand, den derEngländer bezeichnenderweise „Atomisierung der Gesellschaft"nennt. Denn diese zufälligen und plötzlichen Zusammen-häufungen von Menschen waren nicht, wie die alten Graf-schaften und Boroughs lebende, historische Einheiten; daher