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sind, erklärte jede Wohlthätigkeit als einen Eingriff in einennatürlichen Gesundungsprozefs, welcher sich durch Steigerungder Sterblichkeit und dadurch eintretende Lohnerhöhung voll-ziehe. In gleicher Weise sprach sich die zur Beratung desArmengesetzes von 1834 eingesetzte Kommission dahin aus:„um die Armut abzuschaffen, sei das Wichtigste ein staat-liches Verbot des Almosens".
Wie überhaupt auf dem Gebiete der LebenserscheinungenWirkung und Ursache sich gegenseitig kreuzen, so ist diesauch hinsichtlich der klassischen Nationalökonomie und ihrerweiteren Ausartung, der sogenannten Manchesterlehre der Fall.Einmal erscheint sie als der Niederschlag der wirtschaftlichenVerhältnisse, des Geistes und des Strebens der aufstrebendenMittelklassen, wie sie sich seit dem sechzehnten Jahrhundertentwickelt hatten. Und dann hat sie nach Entstehung desGrofsbetriebs auf die Weiterentwicklung der socialen undwirtschaftlichen Verhältnisse mächtig zurückgewirkt. Sie hatdie Kluft zwischen Besitzenden und Besitzlosen erweitert, dasEmporsteigen der ersteren, das Hinabsinken der letzteren be-fördert. Der ungeheure Einflufs der Nationalökonomie hatteseinen Grund darin, dafs sie nichts anderes war, als die inForm einer Theorie gebrachte Lebensanschauung der in-dustriellen Mittelklassen und vor allem derjenigen der erstenGeneration der Arbeitgeber so völlig entsprach. Für diesegab es in der That kein anderes Ziel des menschlichenWollens als das der Kapitalanhäufung, nichts existierte fürsie in der Welt, was nicht um des Geldes willen dagewesenwäre und Schätzung in Geld zugelassen hätte. Ihr Verhältniszu dem Arbeiter war wirklich ein rein ökonomisches*, nichtals Menschen sahen sie denselben an, sondern als Mittel derKapitalerzeugung. Der konkrete Begriff des Arbeiters wurdefür sie durch das Abstraktum der Arbeit verdeckt, wie man