Schon diese Adressen beweisen, dafs der „Arbeiterverein"ganz andere Ziele hatte als die radikale Partei des Bürger-tums, welche damals im Parlamente von O'Connel vertretenwar. Dies verhinderte jedoch nicht, dafs das öffentliche Pro-gramm , welches der „Arbeiterverein" bald darauf annahm,aus der Feder dieses Führers der Radikalen stammt, — diesogenannte „Volkscharte", um welche sich in den kommen-den Jahrzehnten Millionen als das Feldzeichen der Arbeiter-partei sammelten. In der ersten Session nach dem Regie-rungsantritte der Königin Viktoria (1837) beantragten näm-lich jene Radikalen im Parlament eine Erweiterung des Stimm-rechts. Lord John Rüssel, der Führer der liberalen Partei,gab darauf die berühmte Finalitätserklärung ab. Siewar die Erklärung der herrschenden Mittelstände, d. h. derindustriellen Arbeitgeber, die bisher geübte Klassenherrschaftfür immer aufrecht erhalten zu wollen. Damals stellte dieradikale Partei eine ihre Forderungen enthaltende Pro-gramm demgegenüber auf: allgemeines Stimmrecht (ursprüng-lich wurde auch Frauenstimmrecht verlangt: „allgemeinesStimmrecht der Erwachsenen", was dann in allgemeines Män-nerstimmrecht verändert wurde), jährliche Parlamente, ge-heime Abstimmung, Abschaffung der Vermögensqualifikationzu wählender Mitglieder, Diäten und gleichmäfsige Wahl-bezirke. Diese Resolutionen wurden von der Londoner „Ar-beitergesellschaft" angenommen, durch alle ihr angeschlossenenArbeitergesellschaften über das Reich verbreitet und in denIndustriebezirken des Nordens, wo O'Connor Arbeiter-führer war, mit besonderer Begeisterung aufgenommen. DieBewegung wuchs den Radikalen bald über den Kopf. Siesuchten dieselbe nun zu hemmen, aber hatten nur den Er-folg, dafs die Arbeiter sich von ihnen trennten und in den
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