Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
64
Einzelbild herunterladen
 

alle Züge derselben an sich trägt. Ihnen beiden gemeinsamist das Streben der Arbeiter nach dem Umsturz des Be-stehenden, Ergreifung der Staatsgewalt, um dadurch eine so-ciale Neuordnung herbeizuführen. Die positiven Vorschläge,das Bild, das man mehr oder weniger klar, stets utopistisch,von der umgestalteten Gesellschaft entrollt, mag wechseln;es ist lediglich zu Agitationszwecken da. Die geistigen Leiterder Bewegung, sowohl die Chartisten wie die späteren So-cial demokraten, haben es sogar vermieden, ein solches Bildüberhaupt zu entwerfen; Marx erklärte denjenigen, der in irgendeiner bestimmten Form die künftige Gesellschaft sich vor-stelle, für reaktionär.

Das dagegen, worauf es ankommt, und was beiden ge-meinsam ist, ist der Widerspruch gegen die gesamte be-

i

stehende Ordnung, auf deren Grund eine Verbesserung derLage der Arbeiter als unmöglich erklärt wird, vor allem derHafs gegen das Eigentum" als ihre hauptsächlichste Institu-tion. Dafs auch bei den Chartisten dies die Triebfeder war,beweisen bereits die oben angeführten Bruchstücke von Pro-grammen und Reden. In der That konnte Lord John Rüsselbereits 1839 und seitdem wiederholt die Chartisten nichtohne Grund des Wunsches beschuldigen, alles vorhandeneEigentum zu konfiszieren und in gleichen Teilen auszuteilen.

Vor allem knüpften diese Neigungen an die ungesundenGrundbesitzverhältnisse Englands an.Alles Eigentum",heifst es in einer Adresse, die von Lovett, dem gemässigstenunter den Chartisten, herrührt,schreibt sich her von ver-tragsmäfsigen Abmachungen und beruht auf dem öffent-lichen Nutzen. An diesem Mafsstab mufs es immer ge-messen werden, und wenn der Mangel hungernder Millionenund die Verschwendung selbstsüchtiger Weniger hieran ver-sucht und geprüft sind, so ist für Gerechtigkeit und Mensch-