mals das Interesse der oberen Klassen vornehmlich in An-spruch nahm und doch auch die Arbeiter nahe anzugehenschien. Wenn sie ihr gegenüber keine Stellung einnahmen,so ist das ein Zeichen dafür, wie sehr sie von der Über-zeugung erfüllt waren, dafs alle politischen und wirtschaft-lichen Fragen, wie sie auch entschieden würden, für sie gleich-gültig seien, solange das gegenwärtige Gesellschaftssystemüberhaupt noch bestehe — der beste Beweis ihres social-revolutionären Charakters. (
Während so die Arbeiterpartei von der der liberalen Mittel-klassen sich trennt, so ist doch im Grunde die Gesellschafts-auffassung beider die gleiche. Beide beruhen, wie unten beiBesprechung des gegenwärtigen Standes des Socialismus inEngland gezeigt werden wird, auf denselben philosophischenGrundlagen. Der Unterschied ist lediglich folgender: Die-jenigen, welche das bestehende Gesellschaftssystem begünstigt,halten dasselbe für angemessen, indem sie nur solche Be-schränkungen zu beseitigen wünschen, welche ihrer Entwick-lung hinderlich zu sein scheinen; die Besitzlosen dagegenerklären die ganze ererbte Ordnung für schlecht und erwar-ten Kettung von ihrer vollständigen Beseitigung, nicht nurder einzelnen Institutionen. Beide sind utilitarisch, indem siedas Wohlsein des Einzelnen, „das höchste Glück der gröfstenMenge" zum Endziel setzen. Beide operieren mit der Fiktiondes abstrakten Individuums und sind insofern rationalistisch,indem sie die Menschen für von Natur gleich und dieselben sowie sie heute sind, zum Aufbau der Idealgesellschaft für taug-lich erachten 1 ; durch eine blofse Neuanordnung derselben, d. h.
1 Vollständig von dieser Auffassung weicht Eobert Owen ab. Der-selbe erwartet Besserung der socialen Mifsstände hauptsächlich von in-nerer Veränderung des Individuums. Daher legt er den Hauptwert aufErziehung. Er ist weniger der Vorläufer des alles auf den staatlichen
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