vermittelt nicht wenige mit Schopenhauer, ferner solche mitder Kantischen und Fichteschen Philosophie, woraus eine Ver-wandtschaft mit dem deutschen Denken folgt. Endlich aberbesteht in wichtigen Punkten eine Übereinstimmung mitAugust Comte , welche eine Reihe von Schülern beider zueigentümlichen Kombinationen führte. Mit Comte gemeinsamist Carlyle der dem Engländer angeborene Sinn für die positivfestgestellte Thatsaehe, welche ihn die Träume der deutschenIdealisten vermeiden liefs, sodann insbesondere die eigentüm-liche Auffassung der Gegenwart und der Gegensatz zu derdieselbe beherrschenden, individualistischen Nationalökonomie.In letzterer Hinsicht ist Carlyle diejenige Quelle, auf welchealle die zurückgehen, welche die Beurtheilung der socialenErscheinungen vom kapitalistischen Standpunkt verwerfen unddurch eine vom Standpunkt der Arbeit ersetzen. Carlyle istmithin der Vater aller im folgenden darzustellenden Rich-tungen: der neueren Genossenschaftsbewegung, der Universitäts-bewegung, des englischen Positivismus und des Socialismus —wenigstens insofern als von ihm der Anstois zu jenem Um-schwung in der Auffassung socialer Erscheinungen ausgeht,auf welchem die genannten Richtungen, soweit sie England angehören, beruhen.
Der Antiindividualismus, welcher die Grundlage des ge-samten Carlyleschen Gedankensystems ausmacht, und zugleichden Punkt, von dem aus er die soeben bezeichneten Rich-tungen beeinflufst, geht auf Einflüsse zurück, welche demStudium der deutschen Philosophie weit vorausgingen; letztererentnahm er lediglich die Form, um eine bereits in der Ju-gend erworbene Grundanschauung in zeitgemäfsen Gedanken-ausdruck zu bringen. Carlyle ist in erster Linie Abkömm-ling des puritanischen Kalvinismus, welcher in England eineMacht geblieben ist und mehr als alles andere zu dem Um-