Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
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gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts waren sie stark genug,ein eigenes Presbyterium zu gründen, verfielen aber danninfolge einer innerlich notwendigen Entwicklung in indepen-dentistische Grundsätze. Die meistgenannte der aus ihnenhervorgegangenen Sekten sind die sogenanntenburghers",denen Carlyles Familie angehörte. Wie die ganze Sekten-bildung in Schottland , so bedeutete auch die Trennung derBurgher von der Staatskirche eine strengere religiöse Rich-tung, insbesonderestrengeren Anschlufs an die Prinzipien derReformation".

Die religiösen Eindrücke, welche Carlyle in diesem hei-mischen Kreise aufnahm, sind für seine Entwicklung nichthoch genug anzuschlagen. Mit wunderbarer Klarheit siehtder Greis noch nach sechzig Jahren die Gemeinde in derkleinen Kapelle sich versammeln, unter ihr viel greise Ge-stalten mit langen weifsen Barten und braunen Gesichtern,welche die Not des Lebens gefurcht hatte. Trotz Regen undSchnee kamen sie nicht selten bis 20 Meilen über Heidenund Moore hergewandert. Nirgends, sagt Carlyle, seien sowie in Schottland Männer, die das Christentum wie dieApostel lebten und lehrten, neben dem angestellten Kleruseiner evangelischen oder katholischen Kirche gestanden. DenPrediger der Gemeinde sein Name sei unvergessenJohn Johnstone, bezeichnet Carlyle noch in hohem Alteralsden geistlichsten Mann, den ich je unter irgend einer kirch-lichen Bekleidung* zu erblicken das Glück hatte. DieseBauernvereinigung, jenes kleine heidekrautgedeckte Haus undjener schlichte Evangelist zusammen, bildeten eigentlich dieKirche des Distrikts. Sie wurden vielen zum Segen und Heilund auch in mir leben die frommen, himmlischen Einflüssefort".

Das Geschlecht, dem Carlyle entstammte, pflegte grofse,