listischen Nationalökonomie eine Bestätigung fand. Die Ideeder miteinander um das Dasein kämpfenden Individuen, die„freie Konkurrenz" jener, bot Charles Darwin , wie dessenjüngst veröffentlichte, autobiographische Aufzeichnungen be-weisen, den Schlüssel zum wissenschaftlichen Verständnis einerdas ganze Gebiet der organischen Natur umfassenden Ent-wicklung, den Goethe, sein Grofsvater, Lamarck und anderebereits ausgesprochen hatten. Wenn der Grundgedanke derNationalökonomie imstande war, eine gesellschaftslose Weltzu erklären, die vom Individualkampf ums Dasein erfüllt ist,so war sie auf den Menschen nur in soweit anwendbar, alsReste eines solchen Zustandes zurückgeblieben sind. DerKulturmensch dagegen mufste aus dieser Analogie weit hinaus-fallen, indem er weniger Produkt des Einzelkampfes als desGesamtkampfes und in seiner Abhängigkeit von der arbeits-geteilten Gesellschaft eher der einzelnen Zelle im tierischenKörper als diesem selbst zu vergleichen ist. Wandte maneine solche Theorie aber thatsächlich auf die heutige Gesell-schaft an, so mufste dies — genau wie Carlyle behauptete —auflösend, d. h. in der Richtung auf die Rückführung ingesellschaftlose Zustände wirken.
Die Bestätigung, welche Carlyle von dieser Seite erfuhr,blieb ihm verborgen; der soeben angedeutete Zusammenhangzwischen der individualistischen Nationalökonomie und demDarwinismus wurde erst vor kurzem ei'hellt. Pflegt dochdie Filiation der Ideen in gleiches Dunkel wie die der Indi-viduen gehüllt zu sein. Darwin wie Carlyle, obgleich beidescheinbar weit entgegengesetzt, ordnen sich jener gröfse-ren Bewegung ein, welche heute allenthalben aprioristiseheVorstellungen — eine solche war ja die des abstrakten In-dividuums der Nationalökonomen — durch historische Unter-suchungen ersetzt, sodafs ein Ding verstehen nunmehr so viel