Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
128
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bewufst sein, oder falls er es nicht ist, wird er sich unterStrafe der Vernichtung bewufst werden, dafsdas Universumein unendliches ist, dafs er nicht versuchen darf, es zulogischer Verdauung einzuschlucken, sondern dankbar seinsoll, wenn er, diesen oder jenen festen Pfeiler in das Chaosgeschickt einpflanzend (durch den Glauben), dasselbe ver-hindert, ihn selber einzuschlucken".

Die äufseren Formen.

Es ist für Carlyle ein Satz von grundlegender Wichtig-keit, dafs alles Denken nur zum Zweck des Thuns da ist,die geistigen Fähigkeiten nicht anerschaffen, sondern, weil siesich als fördernd erwiesen, entstanden sind. Carlyle berührtdamit den Grundgedanken von Schopenhauers Welt alsWille und Vorstellung", wobei man von der allerdings sehrverschiedenartigen Ausdrucksweise abzusehen hat. Auch nachSchopenhauer hatder Wille zum Leben" die Welt der Er-kenntnis hervorgebracht, welche für den Standpunkt derVerneinung des Willens" bedeutungslos wird.

Ähnlich Carlyle, nur dafs ihm der Quietismus durchausfernliegt, dem Schopenhauer verfällt. Die Welt der Erfahrungentspricht nach ihm dem selbstsüchtigen Willen und dientzur Erhaltung des individuellen Lebens, die Welt des Glau-bens entspricht dem selbstlosen Willen und dient zur Erhal-tung eines überindividuellen Lebens: der Gesellschaft. Daherist d e r Glaube völlig wertlos, der nur gedankenmäfsig ist undnicht den Willen, das ist das eigentliche Wesen des Menschen,beeinflufst, übereinstimmend mit dem Christentum, das solchenGlauben alstot" verwirft.

Derlebendige" Glaube dagegen bewirkt eine Umkehrdes menschlichen Willens. Während die Selbstsucht nur alleindas eigene Dasein bejaht und dem gegenüber das der ganzen