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Ge.wifsheit „eines endlichen Sieges des Guten ", vom Vor-handensein „einer ewigen Gerechtigkeit in der Geschichte".Solche und ähnliche Ausdrücke, welche bei Carlyle stetswiederkehren, sollten alle diejenigen widerlegen, welche ihndes Pessimismus geziehen haben.
Carlyle aber steht nicht auf dem dualistischen Standpunkte,welcher Gott und Welt als gegensätzlich fafst. Nach ihm unter-scheidet sich nicht die Geschichte der Natur von der derMenschen dadurch, dafs erstere sich nach unabänderlichenGesetzen vollziehe, in letzterer dagegen der natürliche Zu-sammenhang an gewissen Stellen durch wunderbares Ein-greifen einer aufserweltlichen Hand zerrissen sei, welchedurch solche Mittel persönlich die Gerechtigkeit wieder her-stelle. Die Geschichte der Menschen ist vielmehr nichts alseine Phase derjenigen der Natur. Für den Gläubigen sindbeide voll von Gott, während der Ungläubige ihn weder inder einen, noch in der anderen findet.
Demgemäfs nimmt der Optimismus Carlyles folgendenAusdruck an: in der menschlichen Geschichte ist das Grofseund Gute das den Tendenzen und Gesetzen der Natur an-gemessene, wogegen das Schlechte hinfällig ist und in seinenFolgen vergeht. Der Held, das heldenhafte Volk, sagt Car-lyle , werden dadurch belohnt, dafs sie „Teile der Natur"werden. In dem Kampfe, welchen alle Geschichte darstellt,ist die Natur „eine Schiedsrichterin, welche kein Unrechtthun kann". „Das Ding, welches am tiefsten in der Naturwurzelt, welches wie wir sagen, am wahrsten ist, dieses undkein anderes wird man zuletzt emporkommen sehen." „Lassenwir dies Ding predigen, pamphletieren, fechten, zum äufserstensich anstrengen und benutzen, was es immer besitzt, Schnabeloder Klaue. Ganz sicher am Ende wird es nichts unter-werfen, was nicht verdient unterworfen zu werden. Was