der damaligen Zeit, geplant hatte, zur Ausführung gekommenwäre, um der Zukunft ein Wahrzeichen dessen zu sein, wasdem neunzehnten Jahrhundert am meisten verehrungswürdigerschien: nämlich Papiere, die Dividenden bringen.
Gewöhnlich bestimmt der Zufall, wem die Ehre öffent-licher Aufstellung in Erz zu teil wird. Dies ist nur ein Bilddavon, wie auch die Erhöhung auf der socialen Stufenleitervon ihm abhängt. Die einzige Eigenschaft, welche geeignetist, den Streber aus dem wirren Spiel des Zufalls emporzu-heben, ist die Kunst zu reden. Carlyle stellt es als eine der (unheilvollsten Erscheinungen hin, dafs in den Verhältnissen,wie sie der moderne Radikalismus herbeizuführen strebt,nicht der, der handeln, sondern der, der reden kann dieHöhen der Gesellschaft erreicht. Die grofse Masse hängtdemjenigen an, der ihr am besten zu schmeicheln und sieam feinsten zu täuschen versteht. Sind doch einst auch dieDemokratien des Altertums an jenem Rhetorentum zu Grundegegangen, welches gleichgültig gegen die Interessen desStaates, nur seinen eigenen Vorteil verfolgt. Hatte der tiefsteGeist jener Zeit, Piaton, im Gorgias und in der Republik diese Erscheinung als den schwersten Schaden seines Heimat-staates hingestellt, so nimmt Carlyle diese Angriffe wieder aufund eifert gegen das Neuerwachen des antiken Demagogen-tums. Es sei sinnlos, dem, der am besten rede, das Recht derHerrschaft einzuräumen. Im besten Falle spreche das Talentdes Redens weder für noch wider die Befähigung zum Herr-schen. Mit gröfserer Wahrscheinlichkeit freilich sei anzuneh-men, dafs der Redner zur Regierung untauglich sei. Keinervon den grofsen Herrschern aller Zeiten sei ein gewandterVolksredner gewesen. Jedenfalls aber könne man ebensogutund mit gleichem Erfolge auf irgend welche andere Weiseentscheiden lassen, wem die Herrschaft gebühre — etwa da-