rum würfeln, schlägt Carlyle vor, oder ein Sackhüpfen ver-anstalten oder auch ein Wettklettern an eingeseiften Stangennach der oben angebundenen, fetten Gans.
Entsprechend der entscheidenden Wichtigkeit, welche dieKunst, der Rede für jede höhere Laufbahn besitzt, ist denndie Erziehung der gebildeten Klassen ausschließlich auf dieForm statt auf den Inhalt gerichtet. Ihr Mittel sind haupt-sächlich die alten Sprachen, ihr Ziel ein logisch formalesDenken. Der junge Mensch lernt sprechen, argumentieren,aber nicht thun. Feste Ziele und Ideale, nach denen er seinkünftiges Handeln regeln könnte, giebt ihm die Schule nichtmit. „Die alten Gottestempel fallen in Trümmer. — —Keine Wolkensäule bei Tage, keine Feuersäule bei Nacht gehtdem Pilgrim mehr voran. Führerlos irrt er durch die Wildnis."
Carlyle hat die Kämpfe, wie sie einen hochstrebendenjungen Geist heute zu erschüttern pflegen, in seiner treff-lichen Biographie des John Sterling geschildert. Derselbehatte mit Begeisterung die kirchliche Laufbahn ergriffen, wardann aber diesem Berufe untreu geworden, da er das Systemeiner starren Orthodoxie mit seinem Gewissen nicht vereinigenzu können glaubte. Besonders interessant ist, was Carlylein diesem Buche über die Schwierigkeiten der Berufswahleines Mannes sagt, der sich berechtigt glaubt, einen Platzunter den leitenden Klassen der Nation einzunehmen. Vierer-lei Wege stehen ihm offen: drei feststehende und geregelte, einungebahnter. Die ersteren sind, natürlich englische Verhält-nisse ins Auge gefafst, Parlament, Recht und Kirche. Hiervonsagt Carlyle: die letzteren beiden verlangen von einem Manne,der die Bildungselemente seiner Zeit in sich aufgenommen hat,vielfach Annahme von Dingen, die ihm unwahr erscheinen.In allen drei Carrieren ist es die Fähigkeit der Rede, welcheden Anfänger in die Höhe bringt. Werden diese Berufe