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Leben hindurch langsam sterben zu müssen, eingekerkert ineine taube, tote, unendliche Gerechtigkeit, wie in dem ver-fluchten eisernen Bauch eines Phalarisstiers."
Wir gehen nunmehr zur Betrachtung der Bewegungenüber, welche das sociale Elend hervorruft. Zuerst folgen die-jenigen, welche von der wirtschaftlichen Notlage am härtestenbetroffen werden, das Proletariat, den radikalen Bewegungender Mittelstände. In der Verwirklichung des demokratischenProgrammes jener hoffen sie auch für sich eine Besserungihrer Lage. So wurde die englische Reformbill von 1831durch die Arbeiter unterstützt. Ähnliche Erscheinungen habensich allenthalben gezeigt, obgleich gerade in der Gedanken-welt jenes Radikalismus das ihnen feindliche Gesellschafts-system seine folgerichtigste Ausbildung gefunden hat. Aberallmählich beginnen die Arbeiter zu begreifen, dafs die herr-schenden Richtungen ihnen nur Worte, nicht Dinge zu ge-ben imstande sind. Mit der Gewährung politischer Rechteund sonstiger Freiheiten, die sie zunächst nur schwer aus-nutzen können, sucht man sie über den Niedergang ihrerwirtschaftlichen Lage zu täuschen. Die Arbeiter beginnenjene Politiker zu durchschauen, „denen das Elend der arbei-tenden, klagenden Massen nicht Elend ist, sondern nur Roh-material, aus dem man zu Gunsten der eigenen kargen Theo-rien und des eigenen Egoismus Kapital schlagen kann. Fürsolche sind Millionen lebender Brüder mit duldenden undhoffenden Herzen nichts als »Massen«, Massen von Explosiv-stoff, um Bastillen damit in die Luft zu sprengen".
Hieraus nun entspringt die socialrevolutionäre Bewegung,welche bereits in der ersten französischen Revolution sich an-deutet und seitdem die Ruhe Europas wiederholt gestört hat.Dieselbe ist durch den Gegensatz der unteren zu den oberen,der besitzlosen zu den besitzenden Klassen gekennzeichnet.