borene Herrscher gewisser anderer, der geborene Gleiche ge-wisser noch anderer, möge er nun diese Thatsache anerken-nen oder nicht. Es ist für ihn ein Unglück, wenn er sienicht anerkennt; er befindet sich in einem chaotischen Zu-stande und schwebt in Gefahr unterzugehen." Daher denndas Problem unserer Zeit „die ungeheuerste Frage, die je-mals bis jetzt der Menschheit gestellt worden ist", in derVerbindung der „unvermeidlichen Demokratie" mit der gleich„unvermeidlichen Souveränität" besteht. „Hierin liegt dieAufgabe von Jahrhunderten; man weil's nicht, ob sie gesegnetoder ungesegnet sein werden, je nachdem sie mit tapfermStreben darin Fortschritt machen oder mit träger Lügenhaf-tigkeit nur vom Fortschritt schwatzen. Denn entweder Fort-schritt hierin oder Fortschritt zur Auflösung ist hinfort dieFrage 1 ."
Auf welchem Wege nun ist eine solche Verbindung mög-lich? Nur ein einziger Weg steht dazu olfen. Wir hahenoben gesehen, wie jede Gesellschaft sich auf ein mehr oderweniger kompliziertes Herrschaftsverhältnis zurückführen läfst,wie bei der hierdurch begründeten Verbindung der Menschenuntereinander stets gewisse sociale Elemente in Betrachtkommen, wie dieselben jedoch ursprünglich hinter der weitstärkeren Fessel des Zwangs fast verschwinden. Wir habendes weiteren erkannt, dafs bei fortschreitender Entwicklungdie sociale Motivationsweise in den Vordergrund tritt, unddie Bedeutung des Zwanges, welcher an das Motiv der Furcht,also den Individualismus im Menschen, appelliert, mehr undmehr abnimmt. Nun aber sind heute die „Halsbandmetho-den" unmöglich. Daher ist die Gesellschaft nunmehr nurnoch auf Grund gesteigerter socialer Motive möglich. Von
1 Yergl. Past and Present, Buch IY, Kap. 1.