erheben kann 1 ." Carlyle hat in Beziehung auf die Grenzender dem Staat zukommenden Thätigkeit im Gegensatz zu derherrschenden Theorie sich wiederholt für staatliche Regelungder Arbeitsbedingungen und Schutz der Schwachen ausge-sprochen, damit ein Befürworter zugleich der frühesten Fabrik-gesetzgebung. An einer Stelle stellt er sich vor, dafs er dieseseine Ansichten vor einem Auditorium von Zeitgenossen ver-teidige. Wenn er dabei auf die Notwendigkeit zu sprechenkommt, dafs die Arbeit unter einer „entsprechenden Regu-lierung" vor sich gehen solle, „so erhebt sich", sagt er, „einunbeschreiblicher Aufruhr, nicht länger unterdrückbar, sei-tens aller Art von Volkswirten und Konstitutionellen undProfessoren jener „häfslichen Wissenschaft", welche rechtzahlreich im Saale zerstreut sitzen; Rufe ertönen, wie: „pri-vate Unternehmung", „Rechte des Kapitals", „Freiwilligkeits-princip", „Grundsätze der britischen Verfassung", getragenvon dem beistimmenden Gesumme der ganzen Welt." Wennheute in England die Zulässigkeit staatlichen Eingriffs allge-mein anerkannt ist, so zeigt dies die Gröfse des Umschwungs,welcher sich seit einem Halbjahrhundert in der öffentlichenMeinung vollzogen hat, an dem Carlyle ursächlich beteiligt ist.
Aber Carlyle geht weiter. Damit der Staat in die socia-len Verhältnisse eingreife, ist eine Veränderung des staat-lichen Apparates nötig. Wir haben oben gezeigt, wie dasparlamentarische Regiment einen lähmenden Einflufs auf diegesamte staatliche Thätigkeit ausübt. Nicht in Parlaments-reformen, nicht in Erweiterung des Stimmrechtes ist das Heilzu suchen. Das Parlament wurde häufig genug in dieserWeise „reformiert", ohne dafs man viel Veränderung wahr-nähme. Was not thut ist etwas thatsächliches, „ein herrschen-
1 Latter-Day Pamphlets S. 198.