ihn mehr noch als jener Umgang die Thatsachen , welcheihm die Zeitgeschichte vor Augen stellte, zum Nachdenkenüber die Lage der arbeitenden Klassen veranlafsten. Dasungeheure Ereignis der französischen Revolution war damalsnoch frisch in aller Menschen Gedächtnis und auf Mauricewie auf Carlyle von gröfstem Einflufs. Auch in England schienen sich ähnliche Dinge vorzubereiten. Die Lage derarbeitenden Klassen war in der That eine verzweiflungsvolle.„Ich kann nicht umhin zu denken", schreibt an Maurice seineMutter 1830, „dafs diese Aufstände des Volkes, diese nächt-lichen Brandstiftungen notwendig sind, um uns zu einem Ge-fühl der schrecklichen Sünde zu erwecken, dafs wir vieleJahre lang arme Arbeiter um einen Lohn, der nicht aus-reicht, Kartoffeln zu kaufen, zu harter Arbeit gezwungenhaben. — Obgleich die Kation an vielen schreienden undschrecklichen Sünden leidet, so ist doch zur Zeit die augen-fälligste die, dafs dem Arbeiter sein Lohn vorenthalten wird."In der That schien die Lage immer gefahrvoller zu werden,nachdem eine socialrevolutionäre Partei aufgetreten war.Diese Verhältnisse führten Maurice zu einer ähnlichen Kritikder bestehenden Gesellschaft, wie sie Carlyle in jenen Tagenaussprach. Beide besafsen den gleichen Ausgangspunkt, eineantiindividualistische Grundanschauung.
Die Menscheit ist nach Maurice heute vom Christentumabgefallen, indem sie die christlichen Lehren zwar Sonntagsin den Kirchen, nicht aber des Werktags im Leben bekennt.An die Stelle der Selbstüberwindung ist die Selbstsucht' ge-treten, welche unsere Zeit zum Piinzip der Gesellschaft er-klärt hat. Diese Lehre ist falsch. Der allgemeine Wettbe-werb führt nicht, wie man glaubt, zum Fortschritt, sondernzur Auflösung. „Augenblicklich", schreibt Maurice in einem