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1 (1890)
Entstehung
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Auch waren die Anschauungen jener frühen Genossenschaftervon denen der christlichen Socialisten soweit als möglich ent-fernt. Robert Owen stand durchaus auf dem utilitarischenBoden seiner Zeit:das Endziel der Gesellschaft ist", sagter,Reichtum zu erzeugen und zu geniefsen"; derjenige na-tionalökonomische Schriftsteller, welcher sich zuerst für dasGenossenschaftswesen aussprach, William Thompson (Distri-bution of Wealth 1822) ist ein unmittelbarer Schüler Benthams .Er erklärt es als Fehler der Nätionalökonomen, dafs sienicht das Glück, sondern den Reichtum untersucht hätten",dafs sein Plan aber darauf ziele, wie man das gröfstmög-lichste Glück des menschlichen Geschlechts herbeiführenkönnte.

Den Irrtum der klassischen Nationalökonomie teilend,dafs der Wert eines Erzeugnisses gleich der Summe derdarauf verwendeten Arbeit sei, kritisiert Owen die heutigeGesellschaft, weil in ihr die zur Herstellung eines Gutesaufgewendete Arbeit nicht mehr der Wertmesser sei unddamit der Arbeit der ihr zukommende Lohn entzogen werde.Es ist lediglich von diesem ihm mit den späteren Socia-listen gemeinsamen Standpunkt aus, dafs Owen das Systemder Konkurrenz angreift, welchem die zahllosen Spaltungender Menschheit in Sekten, Religionen und Parteien ent-sprungen seien. Es habe bewirkt, dafs ein gewisser Reich-tum zwar angesammelt sei, aber dafs die Mehrzahl des Vol-kes nichts besitze und die Besitzenden für ihren Besitz täg-lich zu zittern hätten; dabei auch vermindere es die Hervor-bringung von Gütern.

Den Grund dieses Systems sieht Owen in der bisherigen

Erziehung der Menschen, welche Whigs oder Torys, Christen

oder Ungläubige, aber nicht Menschen, hervorgebracht habe.

In dieser Richtung seien vor allen die Religionen verderb-

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