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1 (1890)
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aufsergewöhnlich menschenfreundlichen Geiste, welcher diegesellschaftlichen Zustände statt vom Standpunkt des Kapitals,von dem der damals so tief gedrückten arbeitenden Klassenansah. Die Verschiedenheit, ja der Gegensatz seiner Lehren zudenen der christlichen Socialisten ist augenfällig. Wenn mannun sieht, dafs lediglich auf Grund der letzteren, die Ideen-welt der heutigen Genossenschafter sich aufbaut, so wird mannicht mit Unrecht in den christlichen Socialisten die wahrenBegründer der Bewegung erblicken 1 .

II.

Die Entwicklung des Genossenschaftswesens.

Die Geschichte des Genossenschaftswesens zerfällt in dreiPerioden: in die erste meist mifslungener Experimente, diezweite durch das Eingreifen der christlichen Socialisten be-zeichnet und die dritte einer äufserlich glänzenden Entwick-lung. Die erste Owenistische Periode ist von geringer Be-deutung. Die zahlreichen Genossenschaftskongresse jenerZeit mit ihren abenteuerlichen Plänen, ihren Adressen an ge-krönte Häupter etc. fallen aus den Kähmen vorliegender Ar-beit. Schon die Namen der dort zusammentreffenden Gesell-schaften:Freunde der menschlichen Rasse",Gesellschaftaller Klassen und aller Nationen" etc. sind bezeichnend.

1 Vergl. New Review, Sept. 1889, S. 333. Holyoake, der bedeu-tendste Vertreter der Owenschen Richtung unter den Genossenschaften!,bekennt selbst:Cooperation, wie sie heute bekannt ist, entsprang nicht,bevor Owens Theorie und Politik tot war". Sein Verdienst ist lediglichden Genossenschaftsgedanken zuerst in die englischen Arbeiter geworfenzu haben. Für den Stand der Genossenschaften 1844, also kurz vor demEingreifen der christlichen Socialisten, vergl. die Karte S. 322.