Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
337
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gebracht haben. Früher war er dem Truck oder dem Krä-mer ausgeliefert, seine Lebensmittel waren ebenso teuer alsschlecht. Heute sind dieselben, soweit die Genossenschaftenreichen, von trefflicher Qualität. Den Thee, welchen manim Hause des besseren englischen Arbeiters erhält, wird manin den Kreisen der Mittelklassen, die Feinschmecker auf die-sem Gebiete sind, kaum besser vorgesetzt erhalten. DiePflicht der vernünftigen Konsumtion" aber geht noch weiter.Die Vereine haben beim Einkauf auch darauf zu achten, dafsder Arbeiter, der die Waren hervorgebracht hat, seinen an-gemessenen Anteil an Gewinn, soweit es unter heutigen Ge-sellschaftzuständen möglich ist, d. h. den von den Gewerk-vereinen festgestellten Lohn, erhalten hat. Zu Schleuder-preisen einzukaufen, welche durch übermäfsigen Druck aufArbeiter ermöglicht werden, ist gegen das Genossenschafts-princip. c) Dieser letztere Punkt bereits weist auf die pro-duktive Genossenschaft hin. Konsumvereine, welche es nichtwenigstens als das von ihnen zu erstrebende Ideal ansehen,genossenschaftlich hervorgebrachte Güter zu verkaufen, wür-den alscooperativ" im eigentlichen Sinne nicht angesehenwerden. Nun aber ist,-es klar, dafs der einzelne Konsumverein,welcher in einer Welt der Konkurrenz steht, nicht zu Gunsteneiner fremden genossenschaftlichen Unternehmung Opfer bringen,auch selber bei der Verschiedenheit der von ihm verkauftenWaren nicht oder nur in sehr beschränktem Mafse Produk-tion treiben kann. Der Punkt, von dem aus die verteilendenGenossenschaften die Organisierung der genossenschaftlichenGütererzeugung in die Hand zu nehmen haben, liegt auf demGebiete gemeinsamer Organisation. Die Führer der Bewegungsind nach dem Vorgange Neales dahin einig, dafs die Grofs-handelsgenossenschaft voranzuschreiten hat. Sie verfügt übersehr grofse Kapitalien und kauft in solchen Mengen, dafs sie

v. Schulze-Gaevernitz, Zum soc. Frieden. 22