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sonders befähigt wäre. Durch die so erreichte Sicherheitdes Absatzes und die Abwesenheit von Arbeitsstreitigkeitenwürden die Produktivgenossenschaften in den Stand gesetztwerden, mit der kapitalistischen Gütererzeugung zu konkurrie-ren. Dies der Plan, welcher auf dem Genossenschaftskongrefs1888 besprochen und zu dessen Durchführung der erste Schrittdurch die Anbahnung von Kartell Verhältnissen zwischen derGrofshandels- und den einzelnen Produktivgenossenschaftenthatsächlich gethan wurde. Die Grofshandelsgenossenschaftwürde nach diesem Plane das verbindende Organ zwischenhervorbringenden und verteilenden Genossenschaften werden.
Die genossenschaftliche Litteratur ist natürlich noch rei-cher in Hinsicht auf die volkswirtschaftlichen Vorteile der vonihr befürworteten Produktivgenossenschaft. Hervor-gehoben wird insbesondere die Möglichkeit eines steten Gleich-gewichts zwischen Nachfrage und Angebot, die hiermit herbei-geführte Beseitigung von Handelskrisen, die Ersparnis derArbeit und des Kapitals, welche jetzt in den Kämpfen der Kon-kurrenz verloren gehe, das Aufhören des mit derselben unver-meidlich verbundenen Scheinwesens, der lügnerischen Mittelder Reklame u. s. w. Überproduktion würde aufhören, welcheeine stets wachsende Gefahr für die Arbeiter bedeute. Könnedoch heute z. B. ein Mann nebst zwei Kindern 2—3000Spindeln beaufsichtigen, von denen jede einzelne zur Zeit, dadie Baumwollenspinnerei eine Stapelindustrie zu werden an-fing, einen eigenen Mann erforderte. Die wachsende Produk-tionsfähigkeit des Menschen aber solle statt zu Überproduktionzu Verkürzung der Arbeitszeit und gröfserer Mufse für Bil-dung und Erziehung verwandt werden.
Die Zukunftsbilder, welche dem Genossenschafter vor-schweben, gehen noch weiter. Sie sind nicht zu übergehen,weil sie beweisen, dafs das englische Genossenschaftswesen
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