Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
340
Einzelbild herunterladen
 

340

geeignet ist, jenen Hang des Arbeiters nach socialreformato-rischen Systemen zu befriedigen, die an Stelle der Wirklich-keit ein goldenes Zeitalter zu setzen versprechen. Das Ge-nossenschaftsprincip soll nämlich einst das ganze Leben derMenschen, auch das häusliche, regeln. Die Armen würden, someint man, auf diesem Wege diejenigen Vorteile erreichen, welcheunter dem gegenwärtigen System gesonderter Haushaltsführungnur dem Reichen zugänglich seien: die Freuden eines wohn-lichen Heims. Aufserdem aher würden sie eine Annahmezweifelhafterer Natur durch die genossenschaftliche Ansied-lung einerFreude höherer Art" teilhaftig werden, nämlichder Freude des gemeinsamen Verkehrs, der sie fördernwürde und eineunumgängliche Bedingung der grofsen socia-len Neugestaltung" sei, welche die Zukunft im Schofse trage.Selbstverständlich ist es, dafs* auch hier die Pläne bereits bisin das einzelne vorliegen, auch die wirtschaftlichen Vorteileeines solchen gemeinsamen Lebens eingehend besprochen sind;dafs man beschreibt, wie die cooperative Ansiedlung anzu-legen ist, wie z. B. die Häuser unterirdisch mit Schienen ver-bunden werden sollten, wie alle von einer grofsen Küche ver-sorgt würden, dabei aber jedes Plaus einen Garten habensollte,in den der Nachbar nicht 1 hereinsehen" könnte u.s.w.Vereinzelte Experimente soeialistischer Gemeinschaften, erfolg-reich nur, soweit die Teilnehmer sich ganz der Sache unter-ordnen, so die zu Oneida und zahlreiche andere in den Ver-einigten Staaten stehen mit diesen Plänen im Zusammenhange.Ihre eigentümliche Färbung erhalten sie durch den leiden-schaftlichen Hang des englischen Arbeiters nach dem Landeund Landbesitz.

Nach der Ansicht der Genossenschafter ist ihre Bewe-gung seit dem Auftreten des Christentums das wichtigste Er-eignis in der menschlichen Geschichte. Der Mensch, der vom