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gleicht äufserlich den „Arbeiterstädten" unserer elsäfsischenund rheinischen Fabrikorte mit dem Unterschiede nur, dai'ssie nicht von den Arbeitgebern, sondern selbständig von derBlüte des Arbeiterstandes errichtet wurde. Das Verfahrenist dabei folgendes.
Nicht wenige Mitglieder bauen ihr Haus selbständig; derVerein schiefst in diesem Falle die notwendigen Gelder gegenreale Sicherheit vor. Für wirtschaftlich schwächere baut derVerein; sie beziehen das Haus als Mieter, aber amortisierenim Mietzins, sodafs sie im Laufe von etwa neunzehn Jahrenzu Eigentümern werden. Unter gewöhnlichen Umständenpflegt der englische Arbeiter für eine Familienwohnung wö-chentlich etwa 5 Schilling zu zahlen; in gröfseren Städten(London ) bezahlt er bedeutend mehr. Diejenige cooperativeGesellschaft nun, über deren Häuserbau mir ein Bericht vor-liegt und welche, Lancashire angehörig, als Beispiel für an-dere angesehen werden kann, verlangt einen wöchentlichenMietzins von 6 Schilling. In neunzehn Jahren also zahlt derInhaber eines solchen Hauses 298 £ 8 Schilling, d. h. wenigoder nichts mehr als die durchschnittliche Miete. Einen nichtunbeträchtlichen Teil jenes Mietzinses aber bringt er dadurchauf, dafs er einfach die ihm zufallende Dividende dem Vereinfür Mietforderungen überläfst. Der Rest beträgt dann weitweniger als der Mietzins, den er ohne den Verein zu zahlenhätte, wobei er im Verlauf von neunzehn Jahren das Haus(im Werte von 200 l £) eigentümlich erwirbt. Im Laufe vonachtzehn Monaten hatte der angeführte Verein auf Grund desentwickelten Planes 140 Häuser gebaut , während zahlreicheandere im Bau standen.
Voraussetzung eines solchen Erfolges ist ein so aufser-gewöhnlich hochstehender Arbeiterstand, wie ihn bis heuteallein die englischen Genossenschaften hervorbrachten. Nach