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nach dem mir vorliegenden Verzeichnisse ihr gewöhnlicherZweck Aufsuchung des Elends und des Lasters in den tiefstenSchichten der Gesellschaft. Einige der Orden haben bis fünf-zehn und mehr Niederlassungen (Sisterhood of St. Margared,Sisterhood of All Saints, Sisters of the Churcli etc.). Denmeisten der sogenannten Missionen und vielen der Gemeinde-geistlichen leisten Schwestern dieser Orden Beistand, dieThätigkeit des Mannes nach Seiten ergänzend, die diesemmehr oder weniger verschlossen sind. In der That ist diesociale Bedeutung der Neugründung von Frauenorden nichtzu unterschätzen. Gewähren sie doch jenem mystischenHange zur Selbstaufopferung, wie er bei vielen Frauen ge-funden wird, und welchen die römische Kirche bisher alleinauszunutzen verstand, die Möglichkeit zu nützlicher Bethäti-gung im Interesse des Ganzen. —
Während in den soeben angeführten Punkten der Ein-flufs Puseys ein unmittelbarer ist, so hat er in mittelbarer yWeise noch viel weiter gewirkt. Er hat in der englischenKirche und gerade in ihren bisher gänzlich abgestorbenen,den vornehmen und hochkirchlichen Kreisen neues kirchlichesLeben erweckt.
Neben der hochkirchlichen Bewegung vollzog sich aberauch in breiteren Kreisen ein Erwachen des christlichenGeistes; diese Richtung bezeichnete sich im Gegensatz zujener als „evangelisch", indem sie auf dem überkommenenBoden stehen blieb und die roinanisierenden Tendenzen Puseysbekämpfte. Auf sie geht die Entstehung der „christlichenJünglingsvereine" zurück, welche in eben jene Zeit fällt.Der erste wurde am 6. Juni 1844 zu London gegründet.Bald dehnte sich ein Netz ähnlicher Vereine über die Haupt-stadt und das ganze Königreich aus, so dafs heute im ganzen
604 derselben gezählt werden. Zunächst hatte er die religiöse
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