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ken der geistig voranstellenden beherrschte, und entzog derälteren Nationalökonomie damit ihre sicherste Stütze, diephilosophische Grundlage. Hierdurch unterscheidet sich dieUniversitätsbewegung von den beiden bisher behandelten: derchristliche Socialismus war auf dem Boden des Christentumserwachsen und nur von Carlyle beeinflufst; die reaktionärenPachtungen waren es durch einseitige Auffassung seiner Ge-danken. Beide Bewegungen gehen gewissermassen mit ihmparallel, die hier zu schildernde dagegen ist unmittelbar vonihm abhängig.
Zunächst ist eines Mannes zu gedenken, welcher als Lehrerwie Schriftsteller in den siebziger Jahren in Oxford grofsenEinflufs gewann und viel dazu beitrug, in den Universitäts-kreisen das Gefühl davon zu erwecken, dafs mit dem Gesetzder Nachfrage und des Angebots die Verpflichtungen, welcheden Gebildeten und Besitzenden gegenüber den unteren Klas-sen obliegen, nicht erschöpft seien. Dieser Mann ist JohnKuskin. Es ist hier nicht der Ort, auf die Bedeutung die-ses Mannes einzugehen, dessen Arbeiten ursprünglich dasGebiet der Kunstgeschichte betrafen. Er, der „am meistenanalytische Geist im heutigen Europa ", wie ihn Mazzininennt, wandte sich erst in den siebziger Jahren der National-ökonomie zu. Sein auf diesem Gebiete vor allen in Betrachtkommendes Werk „Unto this last" wurde von seinen An-hängern als das „eines modernen Plato" in den Himmel ge-hoben, auch viel in Arbeiterkreisen gelesen, dagegen vonseinen Gegnern auf das schärfste angegriffen. Beide Ansichtenscheinen zu weit zu gehen. Nach unserer Meinung ist dasangeführte Werk zwar keine Offenbarung neuer und epoche-machender Gedanken; sein Wert liegt hauptsächlich in der Kritikgegen mehrere der überlieferten nationalökonomischen Grund-auffassungen. Die positive Seite des Ruskinschen Werkes da-