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ders als durch den Unterhändler erfolgen kann, dafs dieser dieWirtschaftsweise heider genau beobachte und dasjenige, wassie gerade am notwendigsten brauchten, zurückhielte — einVerfahren, welches den Lehren der Nationalökonomie völligentspreche. Er könne mit der Zeit den ganzen überflüssigenBesitz der beiden anderen an sich bringen und sie in einemJahre des Mifswachses zwingen, die Felder ihm abzutretenund seine Lohnarbeiter zu werden. Trotzdem sei es klar,dafs — die drei Männer als Gesamtheit betrachtet — ihrReichtum geringer sein müsse, als wenn der Kaufmannsich mit einem gerechteren Gewinn begnügt hätte. Diewirtschaftlichen Unternehmungen der beiden Ackerbauer seiennämlich durch die Zurückhaltung der notwendigen Bedürfnisseeingeengt und erschwert worden. Mutlosigkeit habe ihreThatkraft gelähmt. „Die ganze Frage, nicht nur nach demVorteile, sondern sogar der Menge des nationalen Reichtumslöst sich somit in eine Frage abstrakter Gerechtig-keit auf." So könne der Reichtum unter Umständen einErgebnis unterdrückter Energien sein, „der vergoldete Indexweitreichenden Ruins".
Des weiteren wendet sich Ruskin gegen das System derKonkurrenz, weil dasselbe entsprechend dem soeben angedeu-teten Gesichtspunkte vielfach die Wirkung habe, „Leben zuzerstören", statt — was jedes wirtschaftliche Thun vernünf-tigerweise zum Ziel haben solle — „Leben zu erhalten undzu entwickeln." „In der Geschichte", sagt Ruskin, „giebtes keine Erinnerung einer gleichen Verirrung des mensch-lichen Verstandes als den Glauben, dafs der Grundsatz desHandels: „kaufe im billigsten und verkaufe im teuerstenMarkte", die Grundlage der menschlichen Gesellschaft seinkönne." Es giebt keinen Grund, welcher mich berechtigt,
einem armen Manne, der verkaufen mufs, weniger zu zahlen,
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