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der Zukunft. — — Aber während in der Vergangenheit die Ge-nossenschaften ihren Ursprung meist in unbewufsten, natür-lichen Verhältnissen hatten, so werden sie in der Zukunftaus bewufsten, sittlichen Beweggründen hervorgehen. Hierwie in vielen andern Dingen scheint die letzte und voll-kommenste Entwicklung der Gesellschaft äufserlich durch diefrüheste vorgebildet; aber das innere Leben der Form istverändert. — Die Differenzierung der Funktionen tritt nurein, um die innere Einheit zu befördern." So wird dasWeib nur um deswillen vom Manne befreit, damit beide zueiner höheren Gemeinschaft ihres Lebens und ihrer Bestre-bungen sich wieder vereinigen. Der Arbeiter wird nur des-halb vom Arbeitgeber befreit, damit sie sich zu einerhöheren Gemeinschaft des Lebens und der Thätigkeit wiedervereinigen, wie solche in den heute weit verbreiteten, aufGleichberechtigung beider Seiten beruhenden Verhandlungenzur Feststellung der Arbeitsbedingungen und Beilegung vonArbeitsstreitigkeiten zu Tage zu treten beginnt. „Das Indivi-duum überhaupt wird um deswillen von der Herrschaft derGemeinschaft befreit, dafs es in bewufster Weise sich hingebenkann zu einer innerlicheren Einheit mit der Gemeinschaft".
Hieraus ergiebt sich ferner Toynbees Stellungnahme zudem heute die Wirtschaftswelt beherrschenden System derKonkurrenz. Die Macht der selbstsüchtigen Triebe im Indi-viduum — stets innerhalb der Gesellschaft eine Macht erstenBanges — war früher eingeschränkt durch Sitte und Gesetz.Heute fallen diese Schranken hinweg — insofern ein Fort-schritt, als es die notwendige Vorbedingung dafür ist, dafsan ihrer Stelle später durch Sittlichkeit und freien Ent-schlufs wirksamere Schranken errichtet werden. Währendder Socialismus das System der Konkurrenz als ein Übel ansich betrachtet, erblickt Toynbee darin ein Mittel des Fort-