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Bewegung, wie sie von ihnen ausging, noch heute ihre wärm-sten Anhänger findet.
Entsprechend dem Worte des Matthew Arnold , dafs Er-ziehung zu geselligen Formen einen sittlichen Anstois be-deute, indem sie dahin wirke, zusammenzuführen und dieAugen zu öffnen für die gegenseitige Abhängigkeit, legtToynbee-Hall grofsen Wert auf gesellige Veranstaltungen.
In gleicher Richtung liegt das Bestreben um Wachrufung,Pflege und Verbreitung des ästhetischen Sinnes, welcher infolgeder Trennung der Klassen den breiten Massen der modernenGrofsstädte abhanden gekommen ist. Es ist nicht zu ver-kennen, dafs hierin eine wichtige Aufgabe der Volkserziehungbesteht; gerade für diejenigen, welche durch äufsereNotwen-digkeit von der Berührung mit der Natur entfernt sind, bötedie Kunst den besten Ersatz. Auch hängen unmittelbarpraktische Interessen mit solcher Erweckung des ästhetischenSinnes zusammen, indem in Zukunft neben der dem Umfangnach weit ausgedehnteren Fabrikarbeit das Kunstgewerbe vonBedeutung sein wird. In letzterer Richtung wirken die zahl-reichen Klassen für Zeichnen, Modellieren u. s. w., in erstererdie von Toynbee-Hall veranstalteten Gemäldeausstellungen,zu welchen Freunde der Anstalt jährlich ihre Schätze ver-einigen, Ausflüge nach den Museen des Westens, zu Restenalter Architektur u. s. w.
Zahlreiche Gesellschaften mit wissenschaftlichen und lit-terarischen Zwecken haben ferner in Toynbee-Hall ihren Sitzaufgeschlagen. Sie setzen sich zusammen aus Bewohnern Ost-Londons: Handlungsbeflissenen und Arbeitern, und werdenmeist von einem gebildeten, oft mit der Sache wissenschaft-lich vertrauten Gentleman geleitet. Ich erwähne die „Gesell-schaft für Litteratur des Elisabetheischen Zeitalters", die„Shakespearegesellschaft", die „philosophische Toynbeegesell-